Digitalkamera von Aldi Süd Schnelltest

Aldi Süd verkauft seit Donnerstag eine Digitalkamera für 50 Euro. Supergünstig. Die Leser von test.de wählten die Kamera für den Schnelltest. Hier das Ergebnis.

Kamera in fünf Farben

Traveler FX5 heißt die kleine Digitalkamera von Aldi Süd. Passend zum Ferienbeginn. Der Discounter verkauft die Kamera neben Großraumzelt, Schlafsack, Isomatte und Kofferset. Eine kleine kompakte Kamera für den Urlaub also. Fünf Megapixel und fünf Farben: Aldi verkauft die Kamera in schwarz, weiß, silber, metallic-blau oder pink. Preis: 49,99 Euro. Das klingt nach Urlaubsschnäppchen.

Gute Anleitung

Positive Überraschung beim Auspacken: Der Karton enthält nicht nur Kamera und Speicherkarte (1 GB), sondern auch ein vollständiges Handbuch. Auf Hochglanzpapier gedruckt und mit vielen Abbildungen: Diese Anleitung ist gut. Die Kamera selbst macht weniger her. Sie ist zweckdienlich und ohne Schnörkel. Ein einfaches Modell mit Kunststoffgehäuse. Nach dem Auspacken der erste Ärger: Das Einlegen von Batterien und Speicherkarte gerät zum Kunststück. Die Schülerpraktikantin muss helfen. Mit schlanken Fingern. Erwachsene Finger sind für die Aldi-Kamera zu dick.

Fotos nur annehmbar

Der Ärger geht weiter. Die Kamera von Aldi neigt zur Unterbelichtung. Selbst an Sonnentagen. Gute Fotos macht sie nur mit Unterstützung. Wer die Belichtung manuell einstellt, bekommt bessere Bilder. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders: Eine Kamera für Einsteiger soll automatisch gute Bilder machen. Das schafft die Kamera von Aldi nicht. Für einfache Landschaftsaufnahmen und Erinnerungsfotos ist sie noch annehmbar. Doch das Bildrauschen stört oft. Schon bei bewölktem Himmel, bei Kunstlicht erst recht.

Monitor ohne Kontrast

In der gleißenden Sonne spiegelt dagegen der Monitor. Er hat wenig Kontrast. Fällt das Licht direkt auf den Bildschirm, ist das Motiv kaum noch zu erkennen. Hier bleibt nur blind fotografieren. Einen Sucher hat die Kamera nämlich nicht. Auch die Menüs sind auf dem Monitor kaum zu erkennen. Ambitionierte Fotografen sollten sich aber Besseres gönnen.

Kamera zu langsam

Für Schnappschüsse ist die Kamera von Aldi zu langsam. Der Autofokus braucht ein bis zwei Sekunden zum Scharfstellen. Vorher auslösen geht nicht. Nach dem Auslösen vergehen wieder Sekunden. Die Kamera speichert das Bild. Erst nach rund sechs Sekunden ist die kleine Traveler für die nächste Aufnahme bereit. Wer den Finger nach dem Fotografieren auf dem Auslöser lässt, iritiert die Kamera dadurch. Sie reagiert dann nicht mehr. Deshalb gilt: Auslösen, Finger vom Auslöser nehmen und warten. Der Bildschirm wird zunächst schwarz. Erst nach ein paar Sekunden zeigt er wieder ein Bild. Endlich kehren auch die Symbole im Display zurück und die Kamera ist bereit für die nächste Aufnahme. Fazit: umständlich und langsam.

Schnellauslösung hilft wenig

Die Konstrukteure haben das Dilemma wahrscheinlich erkannt. Sie spendierten der Traveler eine Extrafunktion: Schnellauslösung. Die schaltet den Autofokus einfach ab und arbeitet mit der zuletzt gesetzten Einstellung. Ergebnis: Motive, die zufällig ebenso weit entfernt sind wie das zuletzt aufgenommene Motiv sind scharf; alles andere ist unscharf. Suboptimal. Und die lange Speicherzeit bleibt - trotz Schnellauslösung. Wer die Kamera zwischendurch ausschaltet, muss noch länger warten. Die Traveler braucht nach dem Einschalten fast vier Sekunden bis zur ersten Aufnahme.

Videos ruckeln

Videos kann die Digitalkamera von Aldi auch. Sogar mit Ton. Aber auch diese Aufnahmen sind kein Hit. Die Videos ruckeln, Schwenks sind sehr unruhig. Den Ton zeichnet die Traveler FX5 zwar auf, doch abspielen kann sie ihn nicht. Dazu fehlt der Lautsprecher. Auch einen AV-Anschluss gibt es nicht. Wer die Videos mit Ton genießen will, muss sie zunächst auf den PC übertragen. Aber wie gesagt: Genuss ist relativ. Die Kamera von Aldi ist eine einfache Kamera für Urlauber ohne große Ansprüche.

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