Digitalkamera von Aldi Schnelltest

Aldi Nord verkaufte am Donnerstag vor Pfingsten eine Digitalkamera für 95 Euro. Die Fotoexperten der Stiftung Warentest griffen zu und nahmen die Medion P42010 mit ins Pfingst­wochen­ende. Anfang der Woche musste sich die Kamera auch im Labor beweisen. Der Schnelltest zeigt die Ergebnisse.

Alles automatisch

„Ultraflache High-End-Design-Kamera im hochwertigen Metallgehäuse“, wirbt Aldi. Werbelyrik. Gut: Die Kamera ist schick und flach. High-End-Design ist aber übertrieben. Die Medion P42010 sieht aus, wie viele andere Digitalkameras auch. Klein, kompakt und ohne Schnörkel. Eine einfache Kamera für Einsteiger eben. Auf Wunsch macht sie alles automatisch. Darüber hinaus gibt es 25 Aufnahmemodi zur kreativen Gestaltung: Von der Programmautomatik bis zur manuellen Belichtung. 18 Aufnahmemodi sind so genannte Motivprogramme.

Viele Funktionen

Durch die Auswahl eines Motivprogramms lässt sich die Kamera für die Aufnahme trimmen: Portrait etwa, Landschaft, Sport, Gegenlicht oder Gebäude. Das funktioniert über das Menü, nicht auf direkten Tastendruck. Eine etwas umständliche Konstruktion. Für eine preisgünstige Kamera bietet die flache Medion aber viele Programme. Positiv auch: Aldi liefert die Kamera komplett mit 2 GB-Speicherkarte und einem zweiten Akku. Die Ausstattung ist gut, die Kamera selbst eher einfach.

Unscharfe Bilder

Das fängt bei der Geschwindigkeit an: Den ersten Schnappschuss macht die Medion P42010 noch einigermaßen schnell. Dann vergehen allerdings Sekunden bis die Kamera wieder einsatzbereit ist. Aufnahme zwei dauert deshalb deutlich länger. Auch beim Scharfstellen lässt sich die Kamera viel Zeit. Wer den Auslöser zu schnell drückt, bekommt ein unscharfes Bild. Viel Licht braucht die Kamera obendrein. Schon trübes Wetter trübt das Bild. Bei schwacher Beleuchtung liefert die kleine Medion dann nur noch maue Bilder: dunkel, verschwommen und deutlich verrauscht.

Monitor spiegelt

Das Bildrauschen stört sogar bei Tageslicht. Jetzt spiegelt auch der Monitor. Der hat wenig Kontrast. Fällt das Licht direkt auf den Monitor, ist das Motiv kaum noch zu erkennen. Hier bleibt nur blind fotografieren. Einen Sucher hat die Kamera nämlich nicht. Alles in allem sind die Aufnahmen bei Sonnenschein noch annehmbar. Die Kamera neigt allerdings zu braunstichigen Bildern. Ein manueller Weißabgleich bringt bessere Farben, auch bei Innenaufnahmen. Hier führt der Weißabgleich aber zu dunkleren Bildern. Mehr Licht muss her. Der Blitz hilft. Er funktioniert passabel.

Online bei Medion

Die Aldikamera zeichnet auf Wunsch auch bewegte Bilder auf. Die Videos sind allerdings kein Hit. Das Bild ruckelt oft, vor allem Schwenks kommen unruhig. Die Belichtung wechselt stroboskopähnlich von hell nach dunkel. Wie bei alten Schwarz-Weiß-Filmen. Auch reine Tonaufnahmen sind möglich. Fazit: Eine gut ausgestattete Kamera für wenig Geld. Dafür gibt es auch nur wenig Qualität. Die gute Nachricht zum Schluss: Wer sich trotz der beschriebenen Nachteile verliebt hat, bekommt die Aldikamera noch immer. Wenn nicht bei Aldi, dann online bei Medion. Hier kostet die Kamera allerdings 14 Euro mehr: 109 statt 95 Euro. Der Produktfinder Digitalkameras zeigt Alternativen: Gute Digitalkameras für wenig Geld.

Produktfinder Digitalkameras: 1566 Kameras im Test

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