Die Digitalkamera Sony Mavica CD 1000 speichert ihre Schnappschüsse sofort auf CD. Speicherkarten sind damit überflüssig. Die neue Mavica hat aber nicht nur Vorteile.

In Größe und Gewicht ähnelt die Mavica eher einer klassischen Spiegelreflex- als einer modernen Digitalkamera. Der Ein-Kilo-Klotz hat es aber in sich, nämlich ein optisches Zehnfach-Zoom (1:2,8/6-60 Millimeter) mit Bildstabilisator und einen CD-Brenner zum Speichern der Aufnahmen auf einen kleinen CD-Rohling (Single-CD). Darauf passen ­ dank der üppigen Kapazität von 156 Megabyte ­ viel mehr Fotos als auf die sonst mitgelieferten Speicherkarten (CompactFlash, SmartMedia oder Memory Stick): rund 160 Bilder im JPEG-Format mit höchster Auflösung (2,1 Megapixel). Speicherkarten gibt es zwar auch schon im dreistelligen Megabyte-Bereich, sie unterstützen dann aber längst nicht jede Kamera. Außerdem kosten sie ein Vielfaches der mit knapp zehn Mark erschwinglichen Single-CD.

Die 3.500 Mark teure Mavica lohnt sich vor allem im Urlaub. Da muss nicht wie bei herkömmlichen Digitalkameras mit jedem Schnappschuss gegeizt werden, wenn das Geld bloß für eine Speicherkarte reicht oder kein Computer zum Überspielen in der Nähe ist.

Allerdings lässt sich die CD nur einmal "beschreiben" und eine misslungene Aufnahme nicht "überschreiben". Speicherkarten sind dagegen beliebig oft wieder zu verwenden. Doch die Übertragung ihrer Daten in den PC ist recht umständlich, während die in der Kamera fertiggestellte (finalisierte) CD ohne Umschweife in jedem normalen CD-Rom-Laufwerk gelesen werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit, eine finalisierte CD später noch "voll zu schreiben". Dabei gehen freilich jedes Mal fast zehn Prozent Speicherplatz (ungefähr 14 Megabyte) verloren.

Die Bilder sind für Digitalverhältnisse recht ansehnlich und scharf. Mit einem guten Tintenstrahldrucker lassen sich auf Fotopapier passable Abzüge bis zum 10 x 15-Format erzielen. Erstaunlich auch die Qualität extremer Nahaufnahmen (Macrobereich bis zu zwei Zentimeter Objektabstand).

Weniger ansprechend sind die kurzen Tonfilmsequenzen (MPEG1): Selbst im HiQuality-Modus mit einer Video-Auflösung von 320 x 240 Pixeln rucken die Bilder noch unübersehbar.

Bei der Handhabung wirkt sich die Größe der Mavica positiv aus. Nur einzelne Tasten könnten etwas griffiger sein. Sehr bequem ist die Eye-Start-Funktion des Suchers: Das Gerät schaltet sich automatisch ein, wenn das Auge herankommt. Werden die Bilder auf die CD gebrannt, sollte die Kamera nicht abrupt bewegt werden. Stärkere Erschütterungen könnten nämlich "Schreibfehler" verursachen.

Für die nachträgliche Bildbearbeitung am Computer (Anschluss über USB-Port) gibt es zwei Softwareprogramme inklusive (MGI PhotoSuite 8.0 und VideoWave SE).

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