Digitalkamera aus dem RTL Shop Schnelltest

Moderatoren auf Teleshopping-Kanälen verwenden häufig spektakuläre Beschreibungen für ihre Produkte. Schnell entsteht beim Zuschauer der Eindruck, ein topaktuelles Angebot zum Schnäppchenpreis zu bekommen. Doch weit gefehlt: Hinter angeblichen technischen Innovationen verbergen sich oft Ladenhüter oder Auslaufmodelle zu überteuerten Preisen. Das gilt auch für die Digitalkamera IVL DV109 aus dem RTL Shop. Sie schafft Leid statt der versprochenen Leidenschaft. test.de sagt warum.

Sprachsalat

Die billige Verarbeitung der Kamera IVL DV109 zeigt sich schon am Handbuch. Das zweisprachige User's Manual wurde offensichtlich von einem Übersetzungsprogramm ins Deutsche übertragen. Nur so kommen Sätze wie diese zustande: „Wenn Sie sehen, dass jegendeinr Nachricht oder ein merkwürdiger Geruch aus die Kamera herauskommt,stellen Sie es sofort ab. Zunächst machen Sie es gut,entfernen Sie nicht mit Ihren Fingern die Batterie aus der Kamera oder Stecker der Energie von Wechselstrom herausziehen.“

Fehlende Symbole

Weitere Schwierigkeiten gibt es beim Einsetzen des Akkus und der Speicherkarte. Die richtige Lage ist nicht markiert. Wer die Teile jedoch verkehrt herum einsetzt, hat hinterher Schwierigkeiten sie wieder zu entfernen. Zudem sind die Knöpfe an der Kamera teilweise recht klein. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Lange Leitung

Nach dem Einschalten braucht die Kamera vier bis fünf Sekunden ehe sie zur ersten Aufnahme bereit ist. Auch die Auslöseverzögerung ist trotz des nicht vorhandenen Autofokus unerfreulich lang. Schnappschüsse sind somit schwierig. Nach jeder Aufnahme ist die Kamera erneut mehrere Sekunden durch das Speichern blockiert.

Schlechte Auflösung

Die Auflösung der IVL DV109 ist schlecht. Mit ihren angeblich 12 Megapixeln wäre sie besser als jede andere Kamera im aktuellen Vergleichstest und müsste theoretisch 1 500 Linienpaare pro Bildhöhe zeigen. Tatsächlich schafft die Kamera kaum 600 Linienpaare. Das entspricht nicht einmal einer Auflösung von 3 Megapixeln. Tipp: Fotografieren Sie im 3M-Modus.

Verschwommene Farben

Die dynamischen Reserven sind sowohl in hellen als auch in dunklen Bereichen sehr bescheiden. Feine Konturen und Farbunterschiede sind auf den Bildern nicht mehr erkennbar. Farben verschwimmen auch bei guten Lichtverhältnissen zu unruhigen und grießelig aussehenden Flächen.

Kein Autofokus

Optischen Zoom gibt es genauso wenig wie Autofokus. Beim Fotografieren bleibt nur die Wahl zwischen den sehr groben Einstellungen „Makro“ und „Landschaft“. An dem sehr groben LCD-Bildschirm lässt sich nur schwer erkennen, ob die Bilder scharf sind. Scharfe Aufnahmen sind überhaupt nur bei einem Abstand von 15 bis 25 Zentimetern oder ab einem Meter möglich. Zwischen 25 Zentimetern und einem Meter bleiben die Bilder immer unscharf.

Verwackelte Bilder

Der eingebaute Blitz reicht höchstens drei Meter weit. Alles, was weiter entfernt ist, bleibt im Dunkeln. Bei Makroaufnahmen strahlt der Blitz dagegen viel zu kräftig, sodass die Bilder überbelichtet werden. Unabhängig von den Lichtverhältnissen belichtet die Kamera sämtliche Bilder eine Zehntelsekunde lang. Viele Bilder sind daher völlig verwackelt. Dieses Verhalten ähnelt eher einer Handykamera als einer Digitalkamera.

Test-Kommentar: Kamera zum Zurückschicken
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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