Digitales Radio über Mittel-/Kurzwelle

„Weltradio“ für den großen Geldbeutel Beachtliche Reichweiten sind möglich, Empfänger aber kostspielig und unausgereift.

Verbreitungsweg

Auch für Kurz-, Mittel- und Langwelle gibt es eine digi­ta­le Betriebsart. Sie trägt den Namen „Digital Radio Mondiale“ (DRM) und ging im Juni 2003 in den Regelbetrieb.

Voraussetzung

Ein spezielles DRM-fähiges Radiogerät oder ein Spezial-USB-Empfänger für Betrieb an PC oder Notebook. Von beiden Typen gibt es bisher nur eine Handvoll. test hat je einen Vertreter unter die Lupe genommen und war enttäuscht. Sowohl der USB-Empfänger „Digital World Traveller“ von Coding Technologies (siehe Bild, Gerät links) als auch der Mayah DRM 2010 schwächeln in der Empfangsleistung: Zwar fehlte das für Kurzwelle typische Rauschen und Pfeifen, dafür neigen beide bei schwachem Signal zu Aussetzern. Selbst ein PC kann zu Störungen führen. Ein analoger, wirklich hochwertiger Weltempfänger ist deshalb auch heute noch die bessere Wahl.

Programme

Etwa 15 deutschsprachige Sender, rund 60 in Europa. Mit dabei: der Bayerische Rundfunk und die Deutsche Welle, die Kurzwellenprogramm in DRM-Norm senden. Im Bürohaus am Berliner Lützowplatz empfingen wir nur Deutschlandradio, dessen Sender in Berlin steht.

Technik

DRM ermöglicht im Prinzip die Ausstrahlung mit sehr großer Reichweite: Ein oder zwei Sendemasten könnten ganz Europa versorgen.

Kosten

Zur Rundfunkgebühr kommt der Gerätepreis – und der ist hoch. Die beiden Spezialradios kosten rund 235 Euro (Digital Traveller) und 800 Euro (Mayah).

Gut zu wissen

Mit einer hochwertigen Außenantenne lässt sich der Empfang verbessern. Ob analoge oder digitale Kurz­welle – ob man was hört, hängt auch von der Tageszeit ab. Der Empfang ist nachts vielfach besser als am Tag.

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