ARD, ZDF, die Privatsender und Leo Kirch, Chef des Bezahlprogramms Premiere, haben sich nach langem Streit geeinigt. Es ging um einen gemeinsamen Standard fürs Digitalfernsehen. Der ist nun gefunden und heißt Multimedia Home Platform (MHP). So wird es endlich möglich, kompatible Geräte für freies Fernsehen (Free-TV), Bezahlfernsehen (Pay-TV) und Multimediadienste samt Rückkanal für die interaktiven Dienste anzubieten.

Hauptgegner dieses Standards war bislang Leo Kirch, der schon vor Jahren mit seiner d-Box versucht hatte, als Vorreiter seinen eigenen Standard durchzusetzen. So war es praktisch erforderlich, für freies Digitalfernsehen und für Pay-TV verschiedene Geräte einzusetzen. Als aber die Planziele für Kirchs Premiere mit Abstand nicht erreicht wurden, musste der Medienmogul letztlich einlenken.

Auf der Internationalen Funkausstellung im August in Berlin wurden schon erste MHP-Geräte gezeigt. Und Leo Kirch versichert, dass die derzeit knapp zweieinhalb Millionen d-Boxen per neue Software auch weiterhin genutzt werden können.

Einen Pferdefuß gibt es aber doch noch: Es ist unklar, wie MHP im Kabelfernsehen umgesetzt werden soll. Ohne passende Kabeltechnik dürfte MHP aber trotz der erreichten gemeinsamen Basis eine Randerscheinung bleiben, zumal der Reiz für Konsumenten dann gering sein dürfte, sich die passenden Endgeräte zu kaufen.

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