Digitaler Sat-Empfänger Schnelltest

Digitale Satelliten-Empfänger holen Fernseh- und Radioprogramme aus aller Welt in exzellenter Qualität ins Wohnzimmer. Doch das digitale Vergnügen ist nicht preiswert, wenn es ein Gerät mit Festplatte sein soll: Gute Geräte mit Festplatte kosten bis zu 600 Euro. Dagegen ist der Satelliten-Receiver von Plus für nur 159 Euro ausgesprochen billig. Doch der Preis allein ist nicht alles. Häufig sind solche Billiggeräte umständlich zu bedienen und verbrauchen viel Strom. test.de untersucht im Schnelltest, ob der Plus-Receiver noch unter den Weihnachtsbaum gehört.

Baugleich mit Medion

Der Micromaxx Sat-Receiver erstaunt schon beim Auspacken durch seine Größe: Er misst nur 28 x 20,5 x 4,5 Zentimeter. So klein und kompakt sind meist nur Sat-Empfänger ohne Festplatte. Die nächste Überraschung wartet beim Öffnen des Geräts: Die Hardware ist bauähnlich mit dem Medion-Gerät MD24 900. Netzteilplatine, Prozessor, Speicher, Empfangsteil, MPEG-Decoder-IC und Fernbedienung beider Modelle sind gleich. Aber Anleitung und Gehäuse sind kleiner und anders und der Micromaxx hat 80 statt 160 Gigabyte. Das reicht aber immer noch für Aufnahmen von etwa 50 Stunden. Das Medion-Gerät hatte im Vergleichstest 11/2005 mit „befriedigend“ (2,8) abgeschnitten. Es kostete damals aber 229 Euro.

Nichts für Technikmuffel

Schon der Vergleichstest zeigte, Sat-Empfänger bedürfen in der Regel einer längeren Einarbeitung in die Betriebsanleitung. Das gilt auch für das Micromaxx-Gerät. Zwar ist dessen Anleitung relativ ausführlich, jedoch fehlen Menüabbildungen, um die Textbeschreibungen verständlich zu machen. Darüber hinaus fehlen am Gerät jegliche Bedientasten. Nicht einmal ein Knopf zum Ein- und Ausschalten ist vorhanden. Auch die Anzeige der Programmplätze fehlt. Lediglich drei LEDs an der Vorderseite zeigen den jeweiligen Betriebszustand an - je eine für Betrieb/Stand-by, Timerprogrammierung und Radio.

Einseitig

Immerhin: Das Gerät ist schon programmiert und der automatische Sendersuchlauf stellt die Programme ein. Die Bild- und Tonqualität ist wie bei fast allen Sat-Empfängern sehr gut. Gleiches gilt für die Störgeräusche der Festplatte. Solange die Festplatte nicht genutzt wird, bleibt sie ausgeschaltet. Die Qualität der Aufzeichnungen ist ebenfalls ordentlich. Da das Gerät aber nur über einen Tuner verfügt, läuft jeweils nur ein Programm. Eines ansehen und ein zweites Programm parallel aufzeichnen ist also nicht möglich. Die übrigen Sat-Empfänger mit Festplatte im Vergleichstest 11/2005 hatten jeweils zwei Tuner.

Teures Abonnement

Auf dem Micromaxx ist auch das moderierte EPG-System „maxPlus“ von moreTV installiert. Das bietet neben der Programmvorschau auch Kommentare eines Redaktionsteams zu Sendungen, Filmbesprechungen, eine Programmierung des Sat-Receivers über eine Internet-Webseite sowie weitere Komfortmerkmale. Leider ist dieser Service nicht kostenlos und bedarf einer Registrierung beim Anbieter. Nach einer Probephase von drei Monaten ist eine Jahresgebühr von 60 Euro für die EPG-Daten fällig. MaxPlus bietet zwar einige Komfortmerkmale. Doch um das Micromaxx-Gerät zu benutzen, braucht niemand dieses Abonnement. Achtung: Wer „maxPlus“ nicht nutzen will, sollte sich entweder nicht bei moreTV anmelden oder den Vertrag mindestens sechs Wochen vor Ablauf der Probephase schriftlich kündigen.

Hoher Stromverbrauch

Ärgerliche Zusatzkosten verursacht auf jeden Fall der hohe Stromverbrauch im Stand-by. Das Micromaxx-Gerät nimmt 5,4 Watt auf. Das ist ziemlich viel für einen Sat-Empfänger, der nicht einmal eine Uhrzeitanzeige mit Strom versorgen muss. Aufs Jahr hochgerechnet verbraucht das Gerät Strom für mehr als acht Euro ohne eine einzige Sendung empfangen zu haben. Da das Gerät über keinen Hauptschalter verfügt, ist das für die Umwelt ärgerlich. In Zeiten steigender Energiekosten ist solch ein hoher Stromverbrauch nicht angemessen.

Testkommentar: Einfacher Sat-Receiver
Technische Daten: Ausstattung im Überblick

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