Digitaler Fotoservice Meldung

Wer digital fotografiert, muss auf Papierbilder nicht verzichten. Sie können zunehmend an Fototerminals beim Fachhändler oder im Internet bestellt werden.

Ganz oben auf dem Wunschzettel vieler Familien steht derzeit die Digitalkamera: Sie braucht keinen Film, die Bilder können auf dem Fernsehschirm oder Computermonitor angeschaut, im PC gespeichert, bearbeitet und als E-Mail verschickt werden. Das verspricht viel Spaß. Aber die Aufnahmen lassen sich ebenso auf Papier ausdrucken, zeigen und versenden.

Im Unterschied zur analogen Fotopraxis mit Filmentwicklung und Papierabzügen führen bei der digitalen Fotografie drei Wege zum Bild: Ausdrucke mit dem eigenen PC-Drucker, durch den Bilderservice bei Digitalstationen im Fachhandel oder via Internet.

Für erste schnelle Ausdrucke reicht meist der Drucker zu Hause. Bei intensiver Nutzung und größeren Formaten fallen freilich erhebliche Kosten für Papier und Tinte an. Preisgünstigere und sicher auch haltbarere Alternative ist die Belichtung von digitalen Bilddaten auf Fotopapier. Diese digitalen Fotodienste erleben gerade einen Boom, bis hin zu ihrer Integration in das neue Windows-Betriebssystem "XP".

Das Fototerminal

Digitaler Fotoservice Meldung

Papierabzüge von Digitalfotos sind über Servicestationen oder Internet erhältlich.

Digitalfotografen erhalten aber noch längst nicht genauso einfach Abzüge wie bei einem Film. Da so manch Fotohändler um den Erhalt seiner Pfründe (Filmentwicklung und Bildherstellung) bemüht ist, wird manchmal recht umständlich verfahren, wie das aktuelle Beispiel einer Digitalkamera-Servicestation im Fotohandel zeigt: Sie brennt zwar vor Ort sofort die Bilddateien von Digitalkamera-Speicherkarten auf CD, händigt diese aber keineswegs dem Kunden für die Nutzung am heimischen Computer aus, sondern schickt sie erst zur "Freischaltung" ins Labor. Ähnliche Verzögerungen gibt es bei Digitalfoto-Abladestationen. Auch hier soll der Verbraucher seine Speicherkarten für Prints auf echtem Fotopapier abladen ­ so, als würde er einen Film abgeben. Da kann es geschehen, dass er im selben Fachgeschäft die Bilder von einem herkömmlichen Film schon nach einer Stunde oder spätestens am nächsten Tag erhält, die Digitalfotos aber erst nach einer Woche. Was natürlich den Sofortbild-Charakter der Digitalkamera ­ immerhin hat der Kunde seine Bilder ja schon einmal auf dem Kameramonitor gesehen ­ reichlich auf den Kopf stellt.

Hinzu kommt die von Fotogeschäft zu Fotogeschäft uneinheitliche Bedienoberfläche der Terminals ­ je nach Großlaborkette, die dahinter steht. Meistens haben sie ähnlich wie Bankautomaten einen Berührungsbildschirm. Die Bedienungsmenüs stellen für Kunden stets eine gewisse Herausforderung dar, das störrische Gerät zu bezwingen. Außerdem sind die Terminals oft so ungünstig "öffentlich" aufgestellt, dass auch nachfolgende Kunden die privaten Bilder des Vordermanns betrachten können.

Häufig braucht der Terminalnutzer auch eine spezielle Kundenkarte oder er muss mehrfach zur Kasse, um den Bilderauftrag zu bezahlen und freischalten zu lassen. Ganz zu schweigen vom lästigen Abholen der fertigen Fotos, die dem Kunden nicht immer (und wenn, dann nur gegen saftigen Aufpreis) nach Hause geschickt werden. Das bedeutet einen weiteren Besuch im Fotogeschäft, was spätestens bei der nochmaligen Parkplatzsuche nach angenehmeren Alternativen suchen lässt.

Der Computer als Terminal

Digitaler Fotoservice Meldung

Beispiele einer Fotoservice-Bestellseite im Internet.

Eine bequemere Möglichkeit eröffnet der heimische PC. Denn jeder Computer mit einem Internetzugang ist zugleich auch eine eigene Fotoservicestation. Der Digitalfotograf kann in Ruhe vom Schreibtisch aus Abzüge ordern. Er wählt dazu einfach die Internetseite eines Fotoservice-Anbieters und sendet ihm seine Digitalbilddateien direkt von der Festplatte aus online. Nach wenigen Tagen bringt der Briefträger die auf echtem Fotopapier gedruckten Bilder.

Die Internet-Fotodienste haben gewöhnlich zwei Wege für die Bildbestellung realisiert: erstens die sofortige Bildübertragung mit Browser und zweitens den Bildtransfer mit einer kleinen ­ vorher auf den eigenen Rechner herunterzuladenden ­ Hilfssoftware. Der direkte Browserweg ist ideal, um den Fotoservice einmal bei verschiedenen Anbietern auszuprobieren, speziell wenn sie gegen Rechnung liefern. Die komfortablere Transfersoftware ermöglicht es, auch größere Datenmengen sicher und zuverlässig zu übertragen. Alternativ dazu kann man einigen Fotodiensten seine Bilddaten auch als CD-Rom senden beziehungsweise umgekehrt die eingesandten Daten nicht nur als Prints, sondern auch auf CD gebrannt zurückbekommen.

Mehrere Fotodienste bieten außer Prints auch an, private Bilder in Online-Alben im Internet zu speichern ­ manche sogar kostenlos. Das ist ein pfiffiger Service, der zum Beispiel die Gelegenheit schafft, an verschiedenen Orten die gleichen Bilder anschauen zu können. Da in den vergangenen Monaten einige dieser Dienste jedoch blitzartig wieder aus dem Internet verschwunden sind, sollte man diese Speichermöglichkeit nur als Zusatzgag betrachten und seine Bilder auf jeden Fall bei sich zu Hause aufbewahren ­ auf CD-Rom gebrannt und nicht nur auf der Computerfestplatte.

Bilder selbst bearbeiten

Gute Bilddaten ergeben gute Bilder. Diese Binsenweisheit sollte dazu anregen, die Daten auf dem PC zu bearbeiten, bevor man die digitalen Schnappschüsse an einen Fotoservice einsendet. Die Bildbearbeitung ist heute längst nicht mehr nur Spezialisten vorbehalten, vielmehr kann das jeder mit einem einfachen Programm selbst erledigen. Viele Fotodienste verbessern zwar mit automatischen Funktionen im Labor die direkt aus der Digitalkamera eingesandten Bilder. Aber es ist immer vorteilhafter, selbst am PC exakte Ausschnitte zu wählen sowie Helligkeit und Kontrast zu optimieren. Als Faustregel gilt: Die Aufnahmen werden in etwa so auf dem Fotopapier belichtet, wie man sie auf dem Monitor gesehen hat. Die Anbieter unterscheiden sich wenig in der Qualität, belichten lediglich etwas heller oder dunkler. Das kann der Fotograf in den Griff bekommen, wenn er nach einer Testphase die Bilder immer beim gleichen Service bestellt und sich eine Aufnahme, die schon einmal mit gutem Ergebnis geprintet wurde, als Referenzmuster auf dem Computer bereithält.

Hilfreich kann auch ein brandneues Werkzeug sein, das seit kurzem für fünf Euro im Handel ist: ein Kontrollset für bessere Digitalqualität, "DQ Tool" genannt. Es besteht aus einer CD-Rom und einem Referenzprint auf Fotopapier. Damit kann der Anwender die Darstellung der Bilder auf dem Monitor mit der Belichtungsausgabe des Labors abstimmen, sodass kaum noch unangenehme Überraschungen, zum Beispiel Farbstiche, zu befürchten sind. Wie das DQ Tool genau funktioniert, wird geschildert unter: ww.fujifilm.de/wissen.html

Auflösung und Bildgrößen

Ausgehend vom vollen Bildformat (kein Ausschnitt) bieten Digitalkameras ungefähr folgende maximale Bildgrößen: 1-Megapixel-Kameras 10 x 15 Zentimeter, 2-Megapixel-Kameras 15 x 22 Zentimeter und Kameras ab 3 Megapixel Formate bis zu 40 x 50 Zentimeter. Das Internet und die heute verwendeten Modems sind in der Regel so leistungsfähig, auch eine größere Anzahl digitaler Bilddateien übertragen zu können.

Die CCD-Aufnahmechips von Digitalkameras liefern ein Bildseitenverhältnis von 3:4. Das ergibt Printformate von 11 x 15, 14 x 18, 15 x 20 oder 20 x 27 Zentimetern. Das herkömmliche Foto-Seitenverhältnis (zum Beispiel von einem gescannten Negativ auf einer Foto-CD-Rom) hat das Seitenverhältnis 2:3 und somit die Bildformate 10 x 15, 12 x 18, 15 x 22 oder 20 x 30 Zentimeter. Einige Fotodienste erlauben in ihrer Übertragungssoftware, die unterschiedlichen Formate anzupassen, sodass keine störenden weißen Ränder auf den Abzügen entstehen.

Achtung:

Einige Internet-Fotodienste schicken die online eingesandten Aufnahmen dem Kunden nicht direkt zurück ­ vielleicht aus Solidarität zu den Fachgeschäften. Um die Papierabzüge zu erhalten, muss er den Händler aufsuchen, was unbequem ist und das schöne Konzept vom Internet-Fotoservice verwässert. Achten Sie also darauf, dass der Internet-Dienst Ihnen die Bilder auch zuschickt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 244 Nutzer finden das hilfreich.