Digi­taler Finger­abdruck Welche Spuren Internetnutzer hinterlassen

Digi­taler Finger­abdruck - Welche Spuren Internetnutzer hinterlassen
Cookies lassen sich löschen, der digitale Finger­abdruck bleibt.

Werbe­dienst­leister wollen Besucher von Webseiten wieder­erkennen: Ohne Cookies und selbst via Fernseher. Neue Techniken wie Google Universal Analytics machen es möglich.

Das Cookie hat ausgedient

Die Werbebranche verabschiedet sich von Cookies. Diese kleinen Dateien protokollieren den Besuch einer Webseite. Beim nächsten Aufruf der Seite erkennen sie den Surfer wieder. Cookies sind bei Internetnutzern unbe­liebt. Wer keinen Gefallen an der Idee vom gläsernen Surfer findet, blockiert sie. Gegen den digitalen Finger­abdruck hilft das nicht. Der wird immer öfter auch erfasst, wenn der Nutzer via Smartphone oder Tablet im Internet surft. Neue Techniken wie Google Universal Analytics führen die Spuren des Internetsurfers zusammen.

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Digi­taler Finger­abdruck

Er entsteht auto­matisch. Da Webseiten auf jedem Gerät wie dem smarten Fernseher, dem Smartphone oder PC perfekt aussehen sollen, senden Computer und Co. Daten ins Internet. Zum Beispiel die Auflösung und Farbtiefe des Displays, aber auch eine Liste der installierten Schrift­arten und die genaue Versions­nummer des Betriebs­systems. Immer öfter erkunden auch Mini­programme (Javascript) den Rechner und bereichern so das für jedes Gerät einmalige Erkennungs­muster (Fachjargon Canvas).

Google Universal Analytics

Selbst Fernseher, Wasch­maschinen und Heizungs-Thermostate verbinden sich mit dem Internet. Das meint die derzeit oft genutzte Floskel vom Internet der Dinge. Alle Geräte hinterlassen Spuren im Netz. Werk­zeuge wie Universal Analytics suchen nach Gemein­samkeiten wie der genutzten Internet­adresse und verknüpfen die digitalen Finger­abdrücke. So entsteht ein scharfes Profil der surfenden Person. Meldet sich der Nutzer bei einem personalisierten Google-Dienst wie Gmail an, liegt es allein im Ermessen von Google, Surf­spuren einem konkreten Menschen zuzu­ordnen. Anony­mität war gestern.

Tipp: Wenn Sie Ihre digitalen Spuren verringern wollen, verbinden Sie Haus­halts­geräte und Fernseher nur für Software-Updates mit dem Netz. Schalten Sie Javascript ab und deaktivieren Sie Cookies.

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Jasminilii am 07.10.2014 um 13:03 Uhr
Java Script, Onlineshoppen, Fingerabdrücke

Das stimmt leider von Havda, ohne JS hat man keinen Spaß beim Surfen. Dass mit den Cookies ja gut.. Aber nach drei Mal surfen werden die wieder autonamtisch gespeichert. Dass man mit der Vorratsdatenspeicherung auch nachträglich die IP Adresse zuordnen kann, wusste ich gar nicht.. Heißt das, es gibt realitisch gar keine Chance mehr, anonym im Inet zu sein?
Die Verfolgung vom Userverhalten wird ja auch noch gläsener, wenn wir demnächst alle mit unserem smartphone bezahlen! Nicht nur im Inet, sondern auch an der Supermarktkasse.. Habe dazu was gelesen (fyi: http://salt.ch/shop/devices/phones/apple/iphone-5s-32gb/) und bin überaus skeptisch darüber, was das für Auswirkungen und Folgen auf unser EInkaufsverhalten und haben wird - von der Privatsphäre ganz abgesehen.

Tschepe am 14.09.2014 um 19:15 Uhr
Warum macht der Gesetzgeber nichts?

Das deutsche Datenschutzgesetz wird mit Google Analytics und anderen Diensten systematisch ausgehöhlt. Der Bürger wird damit allein gelassen, dass er auch von deutschen Webangeboten dazu genötigt wird, "freiwillig" auf seine Rechte zu verzichten.
Es wäre leicht, die Bevölkerung zu schützen, etwa durch ein Verbot für Smartphones, Apps, Betriebssysteme, Webbrowser und (deutsche) Webseiten, die das deutsche Datenschutzgesetz aushöhlen. Andere schädliche Produkte, wie nicht funkentstörte Geräte, ungesunde Lebensmittel und Drogen sind ja auch verboten.
Es scheint fast, als wäre es der deutschen Regierung ganz recht, dass ihre Bürger von der NSA überwacht werden, weil sie es selbst nicht darf. Und dabei hasse ich Verschwörungstheorien.

Aurum992 am 14.09.2014 um 12:19 Uhr
Obwohl mein Windows

nach 6 Stunden gesäubert wurde,finde ich mit einem anderen Programm noch 3000 Dateien die der Browser in dieser Zeit aufgesaugt hat

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.09.2014 um 15:46 Uhr
@Havda: Schutz der Privatsphäre

Der Schutz der Privatsphäre fällt immer schwerer und wird durch Komforteinbußen beim Surfen "bestraft". Entweder weil Cookies und Java fehlen, oder weil Schutzprogramme und Whitelists betreut werden wollen. Gegen die aktuelle Bedrohung der Privatsphäre durch Datenerhebung via Universal Analytics und vergleichbare Mechanismen helfen allerdings weder Adblocker noch Whitelists. Der radikale Schritt hin zu anonymem Surfen ist leider ebenso unkomfortabel und bremst auch noch. Das ist für uns Surfer total unbefriedigend. Wir bleiben am Ball und informieren, wenn sich Besserung oder Hilfen abzeichnen. (Bu)

Gelöschter Nutzer am 11.09.2014 um 11:03 Uhr
Meine Meinung

"Schalten Sie Javascript ab und deaktivieren Sie Cookies." Das ist ein richtiger, jedoch ziemlich weltfremder Tipp. Wer möchte kann ja mal JS abstellen und dann surfen. Viel Spaß! Die allermeisten Seiten sind dann praktisch nicht mehr nutzbar. Bei Cookies ist es nicht ganz so schlimm. Dennoch funktioniert vieles nicht mehr ohne Cookies. Eine bessere Lösung wäre hier das Einrichten von Whitelists, also einer Liste von Seiten, denen man vertraut und auf denen demzufolge JS laufen und Cookies abgelegt werden dürfen. Gefährlicher halte ich jedoch die Vorratsdatenspeicherung: Jede IP-Adresse kann dadurch auch nachträglich dem Inhaber zugeordnet werden. Hiergegen hilft außer der richtigen Wahl am nächsten Wahltag nur die Verwendung eines vertrauenswürdigen VPNs. Hierüber könnte die SW auch mal bei Gelegenheit berichten.