In diesem Jahr hoffen die Anbieter, mehr DVD- als VHS-Rekorder zu verkaufen – und sie haben gute Chancen.

Der Renner am Markt sind DVD-Rekorder nicht gerade. Das hat seine Gründe: Sie waren bislang zu teuer und bei längeren Aufnahmen konnte die Bildqualität nicht recht überzeu­gen. Auch die Vielfalt an DVD-Aufzeichnungsformaten hielt viele Interessenten vom Kauf eines DVD-Rekorders ab. Mittlerweile sind die Preise gefallen und den vielen Aufzeichnungsverfahren begegnen die Gerätehersteller mit Modellen, die praktisch alles an Audio- und Videoformaten abspielen können, was sich auf Silberscheiben speichern lässt.

Gibt es aber auch bei der Bildqualität Fortschritte? Zumindest 3 der 14 DVD-Rekorder im Test bieten auch bei längeren Aufzeichnungen (2,5 Stunden) gute Bilder – knapp zwar, aber immerhin. Das sind Philips DVDR 725H, Toshiba RD-X 532 und Sony RDR-HX 900. Sie erreichen es durch eine Neuerung: Der Speicherplatz auf einer Platte kann nun auf 2,5 oder 3 Stunden (Sony) eingestellt werden. Bislang konnte man für längere Aufzeichnungen nur vier Stunden Aufnahmekapazität festlegen, was wohl zu der viel kritisierten mäßigen Bildqualität führte. Die Begrenzung der Spieldauer ist jedoch kein Garant für bessere Bilder. Philips DVDR 615, LiteOn und Sony RDR-GX 700 bieten das auch, kamen aber im Sehtest über „befriedigend“ nicht hinaus, ebenso die Rekorder JVC, Pioneer DVR-320-S und DVR-720-H, deren Spieldauer stufenlos einstellbar ist.

Wird die Spieldauer auf zwei Stunden begrenzt, ist die Qualität fast durchweg gut. Haken bei der Sache: Die Zeit reicht kaum aus, um werbedurchsetzte Spielfilme aus Privatprogrammen auf einer Platte unterbrechungsfrei aufzuzeichnen. Doch es gibt eine andere Taktik, viel Film mit hoher Qualität auf die DVD zu bekommen – über einen Umweg. Acht der getesteten Rekorder sind mit einer „Festplatte“ ausgestattet, einer Anleihe aus dem Computerbereich. Je nach Plattengröße passen da zwischen 17 Stunden Film in bester Bildqualität (To­shiba) und rund 270 Stunden Film miserabler Langspielqualität rauf (JVC, Panasonic, Philips). Die Aufnahmen werden auf Knopfdruck oder per Timer gestartet und auf der Festplatte gespeichert. Von dort können sie unmittelbar wiedergege­ben oder auf DVD überspielt werden. Vorteil beim Überspielen: Werbepausen im Film können markiert und weggelassen werden. Dann reicht für einen Spielfilm in guter Bildqualität die 2-Stunden-DVD-Kapazität meist aus.

Und die Festplatte bietet noch einen weiteren Vorteil: Sie erlaubt zeitversetztes Fernsehen. Die Platte nimmt eine Sendung auf und kann sie schon wiedergeben, während der Film noch läuft. Hat der Zuschauer zum Beispiel den Filmanfang verpasst, kann er die Sendung von Beginn an sehen und die Platte zeichnet weiter auf. Er kann die Wiedergabe auch einfach unterbrechen – zwischendurch beispielsweise telefonieren oder eine Szene in Zeitlupe wiederholen.

Zeitversetztes Fernsehen ist auch ohne Festplatte möglich: mit DVD-Ram bei Panasonic, Toshiba und JVC. Pioneer und Sony schaffen das auch über das –RW-Verfahren – mit den wiederbeschreibbaren RW-Rohlingen für mindestens zweifache Schreibge­schwindigkeit. Doch wer diese Rohlinge nicht wie rohe Eier behandelt, wird keine lange Freude an den Aufnahmen haben. Kratzer und Schmutz produzieren schnell so viele Fehler, dass die Scheiben kaum noch spielbar sind.

Apropos Empfindlichkeit: Bei den Festplattenrekordern kommen LiteOn, Philips, Pioneer und Universum mit fehlerhaften Platten am besten zurecht. Wer sich ein Gerät ohne Festplatte zulegen und viele Verleih-DVDs spielen will, ist mit Loewe und Pioneer gut bedient, nicht aber mit Thomson.

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