Satellitenfernsehen kann fast jeden Programmwunsch erfüllen. Doch nicht jeder der 15 Sat-Empfänger im Test macht es seinem Besitzer leicht.

Arabische Nachrichten, belgisches Sportfernsehen oder Hörfunk aus Skandinavien – keine Frage, Satellitenempfang bietet die größte Programmvielfalt. Unser Test zeigt allerdings, dass die meisten Empfangsgeräte zwar Bild und Ton tadellos liefern, das Drumherum aber oft nicht stimmt. Besonders für Einsteiger sind einige der 15 Sat-Empfänger nur eingeschränkt geeignet.

Das fängt bei den Betriebsanleitungen an. Beim Strong und dem Empfänger von SEG sind sie recht knapp geraten und in sehr kleiner Schrift verfasst. Einige Gerätefunktionen erwähnen sie erst gar nicht. Fernsehzuschauer mit vielen Sofakissen sollten ihre Fernbedienung gut im Auge behalten. Denn geht der kleine Zapper verloren, kann es bei einigen Geräten schwierig werden, überhaupt noch etwas zu sehen. Die Dreambox und der Technisat haben an der Box keinen Knopf, um die Programme oder die Lautstärke zu ändern. Technisat spendiert seinem Gerät nicht mal einen An-/Ausschalter.

Selbst mit der Fernbedienung fällt manchmal die Orientierung schwer. Gleich vier Boxen haben keine Programmanzeige am Gehäuse. Der Zuschauer kann am Gerät nicht ablesen, was gerade zu sehen oder zu hören ist.

Nicht auszuschalten

Zu viele Hersteller vernachlässigen bei der Entwicklung nach wie vor den Stromverbrauch im Standbymodus. Mehr als jedes zweite Gerät mussten wir wegen einer verschwenderischen Stromaufnahme von bis zu 14,5 Watt ohne entsprechende Gegenleistung abwerten. Satellitenempfänger aus früheren Tests haben gezeigt, dass sogar für Festplattengeräte 0,2 Watt im Standby ausreichen. Weiteres Indiz für die Gleichgültigkeit der Entwickler: die versteckten oder nicht vorhandenen Ausschalter. Nur der Kathrein besitzt einen netztrennenden Schalter an der Vorderseite des Geräts. Fast jeder zweite getestete Receiver lässt sich nur durch Steckerziehen oder eine schaltbare Steckerleiste vom Netz trennen.

Alle Satellitenempfänger liefern über Hundert Fernsehprogramme frei Haus. Die Empfindlichkeit ist bei den meisten „gut“. Bei den drei Boxen mit „befriedigend“ sollte die Antennenschüssel schon 80 Zentimeter im Durchmesser haben. Dann verfügt sie über genügend Empfangsreserven bei schlechtem Wetter.

Wer die neuesten Hollywoodfilme oder die Bundesliga live sehen will, wird am ehesten bei Bezahlsendern fündig. Bis auf den Strong können alle geprüften Modelle verschlüsselte Programme empfangen.

Nicht ausgeschlossen

Je nach Sender werden unterschiedliche Verschlüsselungssysteme eingesetzt. Ist im Receiver die Entschlüsselungssoftware nicht schon installiert, kann der Kunde sie nachrüsten, in Form eines CA-Moduls (siehe „Glossar“). Den eigentlichen Schlüssel, eine „Schlüsselkarte“ (Smartcard), bekommt er gegen eine Gebühr vom Anbieter des Programms. Da aber nicht jede Smartcard mit jedem Receiver und jedem CA-Modul harmoniert, empfiehlt es sich, vorher den Anbieter nach kompatiblen Empfängern zu fragen. Satellitenbetreiber Astra plant, die Verschlüsselungssysteme auf einer Plattform zu vereinen. Sie heißt Entavio. Der Zuschauer soll mit einem zertifizierten Receiver – im Test Humax Blu-Fox S – alle Programme empfangen können, muss dafür aber zahlen.

Nicht verpassen

Vier Geräte haben eine Festplatte. Damit kann man Aufnahmen programmieren und zeitversetzt fernsehen. Das laufende Programm lässt sich mit der Pause-Taste anhalten und später an gleicher Stelle fortsetzen. Die Receiver von Topfield und Skymaster erlauben auch eine nachträgliche Bearbeitung der Aufnahmen, störende Werbeblöcke können entfernt werden.

Beim Programmieren von Aufnahmen haben alle Sat-Boxen eine Schwäche: Auf kurzfristige Programmänderungen reagieren sie nicht. Es empfiehlt sich daher, die Aufnahmedauer großzügig zu bemessen, sonst fehlt bei nach hinten verschobenen Sendungen, wie dem „heute-journal“ nach „Wetten, dass“, das Ende.

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