Digitale Messsucherkamera Epson R-D1 Schnelltest

Eine manuelle Retro-Kamera bringt Epson auf den Markt. Sie kostet 3 000 Euro – ohne Objektiv.

Wer die Epson R-D1 flüchtig betrachtet, kommt kaum auf die Idee, es könnte eine Digitalkamera sein. Die R-D1 sieht dem analogen „Klassiker“ Voigtländer Bessa R2 aus den 80er Jahren sehr ähnlich und ist letztlich eine manuell-mechani­sche Kamera, die digitale Bilder macht. Wie in den guten alten Tagen muss vor einem Foto der Spannhebel gezogen werden. Der Auslöser befindet sich in der Mitte eines Rädchens, mit dem unter anderem die Belichtungszeit eingestellt wird. Die Entfernungseinstellung geschieht, wie bei jeder analogen Messsucherkamera auch, per Dreh am Objektiv. Zur Aufnahme muss der Nutzer durch den Sucher sehen – der große Klappmonitor auf der Rückseite der Kamera dient nur zur Bildbetrachtung nach der Belichtung.

Die Kamera wird ohne Objektive geliefert. Es passen fast alle Objektive mit M-Bajonettanschluss (Leica, Zeiss, Voigtländer) und über einen Adapterring auch viele Objektive mit M39-Gewinde. Eine geeignete Leica-Festbrennweite kostet allerdings 2 000 Euro. Weiteres Manko: Weitwinkelobjektive sind rar und teuer.

Negativ: Der Sechs-Megapixel-Chip ist nicht gut geschützt. Beim Objektivwechsel kann Staub ins Gehäuseinnere ge­langen und den Chip verschmutzen. Die Kamera muss dann zur Reinigung zum Service.

Die Auflösung der R-D1 überzeugt. Selbst bei schwachem Licht sind noch brauchbare Aufnahmen möglich. Die Farbwiedergabe ist tadellos. Aus­löse­verzögerungen gibt es praktisch nicht.

Interessant: Der Benutzer kann verschiedene „Filmeigenschaften“ festlegen (einstellbare Schärfung, Sättigung, Tönung, Kontrast, Rausch­min­derung). Ein Blitz fehlt, dafür sind Blitzschuh und Synchronanschluss vorhanden.

Digitalkamera R-D1
Anbieter: Epson
Preis: ca. 3 000 Euro

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