Fotodienste: Zwei Große, viele Kleine

Fotos auf dem heimischen Computer auszudrucken, ist schnell und bequem. Trotzdem: Papierabzüge vom Fotodienst sind in vielen Fällen die bessere Lösung. Sie sind nicht nur deutlich billiger als der Ausdruck auf dem heimischen Drucker, sie sind nach den bisherigen Erfahrungen der Stiftung Warentest auch wesentlich haltbarer. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Fotodiensten für Digitalbilder - vom klassischen Filialbetrieb bis zum reinen online-Anbieter.

In der Filiale bestellen

Die Palette der Anbieter reicht vom traditionellen Fotofachge­schäft über die Drogeriekette bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel. Bei allen läuft die Bestellung über das Internet ab. Viele lassen aber auch die Auftragsannahme in einer Filiale vor Ort zu. Das funktioniert auf zwei Arten:

  • Per CD. Die am heimischen Computer zusammengestellten CD kommt in die gute alte Fototasche und diese per Bote ins Labor.
  • Per Orderstation. Diese elektronischen Kundenterminals haben CD-Laufwerke und Kartenlesegeräte, mit denen Fotofreunde ihre Bilder herauslesen und am Bildschirm zu einem Auftrag zusammenfassen können. Vorteil: Innerhalb eines Auftrags lassen sich verschiedene Bilder in unterschiedlichen Formaten bestellen. Nachteil: Kunden müssen sich vor der ersten Nutzung oft eine spezielle Kundenkarte ausstellen lassen. Außerdem ist die Bedienung der Geräte nicht immer ganz einfach.

Übers Internet bestellen

Wer über eine schnelle DSL-Leitung verfügt, bestellt seine Fotos am besten online. Das ist nicht nur einfacher, sondern ging im Test Digitale Fotodienste meist auch deutlich schneller. Für die Online-Bestellung gibt es bei den meisten Fotodiensten zwei Wege:

  • Per Browser. Die Bilder werden mit einem ganz normalen Browserprogramm wie dem Internet Explorer über die Webseiten des Anbieters hochgeladen.
  • Per Software. Der Anbieter stellt ein Bestellprogramm zum kostenlosen Download bereit. Damit können Kunden ihren Auftrag offline – also ohne stehende Internetverbindung – zusammenstellen. Das ist für Surfer ohne Flatrate-Tarife günstig. Außerdem bieten die Bestellprogramme für den Anwender mehr Komfort. So kann er vor dem Versand die Bilder noch einmal bearbeiten oder den richtigen Ausschnitt auswählen.

Probleme mit Farben

Ein großer Vorteil der Bestellsoftware: Die automatische Bildoptimierung lässt sich damit ausschalten. Bei Bestellungen über den Internet-Browser ist das in der Regel nicht möglich. Bei der Option der automatischen Bildoptimierung analysieren Computer die Bilder in den Labors , um auf den Abzügen Unschärfen auszugleichen oder schwache Farben kräftiger zu machen. Das geht nicht selten daneben: Statt optimiert sind die Farben dann verfälscht – insbesondere, wenn Hobbyfotografen die Bilder vorher bewusst am Computer bearbeitet haben.

Abzüge aus zwei Großlabors

Unabhängig vom Bestellweg werden die Abzüge fast immer im Großlabor hergestellt. Den größten Teil des Marktes teilen sich CeWe Color und Fujicolor. Das heißt: Egal, ob die Fotos über Galeria Kaufhof, Schlecker oder MediaMarkt bestellt werden, in der Regel landen sie bei einem der beiden Großlabors. Entsprechend einheitlich sind auch die Angebote und Preise der Fotodienste, die mit diesen Großlabors zusammenarbeiten. So bieten fast alle die gleichen Foto-Geschenkartikel an und auch in Sachen Format ist bei den meisten bei einer Vergrößerung von 20 x 30 cm Schluss.

Kleinlabors bieten mehr Optionen

Wer Wert auf gute Abzüge oder ungewöhnliche Formate legt, sollte seine Abzüge deshalb besser bei Fotofachgeschäften oder Online-Diensten bestellen, die ihre Aufträge an kleine Fotolabors schicken. Das sind zum Beispiel expressphoto.de, direktbild.de, digitalfotoprint.de oder 1-night-print.de. Die Abzüge hier sind zwar oft teurer, erlauben aber mehr individuelle Einstellungen. Kunden können die Bildoptimierung meist auf Wunsch abschalten und haben die Wahl zwischen verschiedenen Fotopapieren. Dazu belichten Kleinlabors die Fotos meist mit einer höheren Auflösung, also 400 dpi statt der sonst üblichen 300 dpi. Auch Mischbestellungen, also unterschiedliche Formate in einer Bestellung, sind meist einfacher. Nicht zuletzt ist die Auswahl der Formate und Fotoprodukte größer: Sonderformate, Panoramaansichten, Passbilder, Post- und Visitenkarten sind bei vielen kleineren Anbietern im Programm.

Preise zwischen 6 und 30 Cent

Die bessere Qualität und das breitere Angebot der kleineren Fotolabors gibt es allerdings nicht zu den Schnäppchenpreisen der großen Handelsketten. Dort sind heute 9 x 13-Abzüge schon ab 6 oder 7 Cent zu haben. Bei den „Kleinen“ werden für das gleiche Bild bis zu 30 Cent fällig. Hinzu kommt bei den meisten Anbietern – egal ob groß oder klein – eine Bearbeitungsgebühr. Die Versandkosten berechnen alle Anbieter extra. Wer die vermeiden möchte, sollte seine Bilder im Geschäft selbst abholen. Das spart im Schnitt nicht nur zwei bis drei Euro Versandkosten, sondern auch Zeit. Denn in der Filiale sind die Abzüge meist schneller als im Briefkasten zu Hause.

Am nächsten Tag geliefert

Mit langen Lieferzeiten muss sich übrigens heute niemand mehr abfinden. Zwar gibt es Fotodienste, die bis zu sieben Tage brauchen, um einen Auftrag zu erledigen. Dieses Manko haben aber einige der Online-Fotodienste erkannt und werben damit, bei Bestellungen bis 15 Uhr die Abzüge sogar schon am nächsten Werktag per Post zu liefern.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2921 Nutzer finden das hilfreich.