Fragen und Antworten

test.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die digitale Fotografie:

Sind Megapixel ein Kriterium?

Die Zahl der möglichen Bildpunkte, Pixel genannt, ist keineswegs ein Qualitätskriterium. Wenn das Objektiv und die kamerainterne Software nicht mitspielen, misslingen Bilder: Die gute Makro-Abbildung der Orchidee (Foto links) wurde mit einer 2-Megapixel-Kamera (Panasonic Lumix DMC-FZ1) gemacht, die schlechtere mit der in test 7/03 mit „ausreichend“ bewerteten Rollei d330 motion. Das Bild zeigt flaue Farben und trotz 3 Megapixel Auflösung weniger Details. Ebenso beim Foto der Testtafel darunter: Das schlechte Bild hat viele Farbsäume und ist unscharf. Es stammt von der „schicken“, 500 Euro teuren Casio Exilim EX-Z3.

Tipp: Nicht blind auf die Angaben der Hersteller und Anbieter, sondern auf objektivierte Testergebnisse vertrauen.

Kann ich Schnappschüsse machen?

Die Auslöseverzögerung ist noch immer lästig – bei vielen Digitalen jedoch nicht stärker als bei „normalen“ Fotoapparaten.

Tipp: Wenn Ihre Kamera das zulässt, erfassen Sie das Objekt mit halb gedrücktem Auslöser. Die Kamera stellt scharf und schafft anschließend den Schnappschuss blitzschnell.

Ist das Bild so gut wie mit Film?

Digitalkameras liefern noch immer schlechtere Kontrast- und Farbwerte als herkömmliche Filme.

Tipp: Bessern Sie das Fotos, wenn möglich, mit manueller Einstellung beispielsweise des Weißabgleichs auf. Nutzen Sie anschließend die Möglichkeiten der Bildbearbeitung.

Gibt es spezielle digitale Bildfehler?

Ja, vor allem übertrieben hohe Kontraste, in der Vergrößerung sichtbar durch Farbsäume.

Tipp: Reduzieren Sie wenn möglich, die kamerainterne Scharfzeichnung. Schärfen können Sie das Foto per Bildbearbeitung später immer noch.

Was ist Farbrauschen?

Als Farbrauschen bezeichnet man ungleichmäßige Farbflächen, die grießelig aussehen. Es tritt vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen auf.

Tipp: Sorgen Sie beim Fotografieren für viel Licht, das reduziert das Bildrauschen radikal. Externe Blitzgeräte sind insbesondere bei Objekten ab fünf Meter Distanz hilfreich.

Die Speicherkarte ist zu klein, was tun?

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Dateigröße der Fotos zu verringern: Die Auflösung reduzieren (gut) und den Grad der Datenreduktion erhöhen (schlecht).

Tipp: Verringern Sie die Auflösung, um Speicherplatz zu sparen. Bleiben Sie jedoch bei der Einstellung „hohe“ oder „höchste“ Qualität. Das bedeutet geringe Datenreduktion (Komprimierung) mit wenig Qualitätsverlust.

Wenig Pixel, trotzdem große Bilder?

Abzüge fürs Fotoalbum schafft jede 2-Megapixel-Kamera. Mit einer guten Kamera dieser Auflösung sind im Fotolabor sogar 50 x 75-Zentimeter große Abzüge drin. Das Bild darf dann aber natürlich nicht mit der Lupe, sondern aus größerem Abstand (zum Beispiel aus ein, zwei Meter Entfernung) betrachtet werden. Wenn es richtig belichtet wurde und die Farbgebung stimmt, sieht das richtig gut aus.

Tipp: Wenn Sie auch große Abzüge scharf darstellen oder kleine Bildausschnitte vergrößern wollen, ist eine Kamera mit höherer Auflösung erforderlich. Aber wie die Prüffotos zeigen, muss eben die komplette Kamera gut sein – Pixel allein sagen nichts über die Qualität der Bilder aus.

Die Farben stimmen nicht, was tun?

Ein beim digitalen Fotografieren neues Problem ist der Weißabgleich. Während das menschliche Auge etwa die weiße Wand eines Hauses in der Abendsonne weiß sieht, zeichnet die Digitalkamera den rosa Schein der Abendsonne auf. Zwei Möglichkeiten beseitigen das Problem:

  • Ein manueller Weißabgleich durch ein Testfoto – beispielsweise auf ein Blatt Papier oder eben die Hauswand, wenn Ihre Kamera diese Funktion bietet.
  • Korrektur im Bildbearbeitungsprogramm. Das nebenstehende Bild vom Holzmännchen zeigt, dass es geht.

Lohnt der Kauf bei Aldi & Co.?

Aldi, Lidl, Plus und Co. unterbieten auch bei technischen Produkten den Preis von Markenware - zum Teil erheblich. Doch ist die Discountware nicht nur billig, sondern auch gut? Seit September 2002 testet die Stiftung Warentest regelmäßig Aktionsware und veröffentlicht die Schnelltests sofort online.

Fazit: Die Discount-Digitalkameras bleiben in der Qualität hinter Markenprodukten zurück: Trotz hoher angegebener Pixelzahl von bis zu fünf Millionen gabs meist schlecht aufgelöste Bilder. Und dazu oft eine extrem lange Auslöseverzögerung. Immerhin stimmt bei einigen Kameras wenigstens das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alles drin, alles dran?

So mancher Preisunterschied resultiert aus der Menge beziehungsweise dem Fehlen von Zubehör. Was ist sinnvoll?

  • Digitalkameras brauchen Strom. Daher empfiehlt es sich, hochwertige Akkus zu verwenden. Mit einer Akkuladung können Sie heute je nach Kamera etwa 100 bis 500 Bilder machen. Dazu benötigen Sie natürlich noch ein Ladegerät. Das wird nicht immer mitgeliefert.
  • Speicherkarten fehlen oft ganz oder bieten nur geringe Speicherkapazität (selten mehr als 16 Megabyte). Das reicht bei bester Fotoqualität oft nur für einige wenige Bilder. Eine größere Speicherkarte ist empfehlenswert.
  • Oft fehlt der TV-Ausgang. Ein schnelles großformatiges Ansehen der Fotos ist dann nicht möglich.
    Tipp: Auf TV-Ausgang achten und Anschlusskabel nicht vergessen.

Billig und dennoch gut?

Fotos machen alle Kameras, doch wer ganz billig kauft, muss Nachteile in Kauf nehmen. Das muss zwar nicht jeden stören, kann im Alltag aber doch ganz schön nerven:

  • Zum Beispiel eine lange Anschaltzeit und lange Auslöseverzögerung (siehe oben „Kann ich Schnappschüsse machen?“).
  • Lange Pausen zwischen zwei Aufnahmen: Ein interner (Flash-)Speicher fehlt, die Software „Firmware“ in den Kameras blockiert die Folgeaufnahme oder die Bildkontrolle mehrere Sekunden.
    Tipp: Reduzieren Sie, wenn möglich die Zeit, während der das eben geschossene Foto angezeigt wird. Das verkürzt die Zeit bis zum nächsten Bild.
  • Es stören die geringe Empfindlichkeit, ein starkes Bildrauschen, schlechte Farbwiedergabe und übertrieben künstliche Scharfzeichnung. Das kann die Bildbearbeitungssoftware oft nicht mehr korrigieren.
  • Schlechte Ausstattung (siehe oben „Alles drin, alles dran?“).
  • Ferner gibt es bei einfachen Kameras nur wenige manuelle Einstellmöglichkeiten, mit denen das Letzte aus den Kameras herauszuholen wäre.
    Tipp: Viele durch schlecht arbeitende Automatikfunktionen entstandene Bildfehler können Sie mit Ihrem Bildbearbeitungsprogramm ausgleichen.
  • Eingeschränkte Bildkontrolle: Selbst bei teuren Kameras (die aber klein und schick sind) gerät der Monitor sehr klein, ist kein „Wiedergabezoom“ möglich und es gibt kein „Histogramm“ zur Kontrolle der Helligkeit und des Kontrasts.

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