Drucken: Papier ist geduldig

Was auf dem Monitor schön aussieht, ist noch lange nicht perfekt gedruckt. Wer sein Familienalbum mit Prints von Digitalfotos weiterführen möchte, braucht Zeit und Geld. Zeit, die vergeht, bis der Ausdruck so aussieht wie gewünscht, Geld vor allem für Farbtinte und Papier. Grund: Es ist nicht ganz einfach, die Darstellung des Digitalfotos so abzustimmen, dass es auf dem Monitor und im Druck genau gleich aussieht. Profis kalibrieren – so das Fachwort – die Farben ihrer Systeme. Der Amateur muss sich dem Optimum durch Probieren nähern.

Selberdrucken teuer

Eins ist klar. Selberdrucken ist der teuerste Weg zum Bild. Ein digitaler Printservice ist nicht nur billiger, sondern liefert auch bessere und haltbarere Abzüge. Allerdings wird selten eher als nach drei Arbeitstagen geliefert.

Unterschiedliche Mischung

Hoch komplex ist die auf Monitor und Drucker unterschiedliche Farbmischung: Der Monitor ist durchleuchtet (additive Farbmischung), der Ausdruck liegt im Auflicht (substraktive Farbmischung). Bildbearbeitungsprogramm und Druckertreiber müssen richtig umrechnen.

Tipp: Scanner, Digitalkameras und Drucker eines Herstellers sind oftmals aufeinander abgestimmt: Wenn das Bild auf dem Monitor druckfertig aussieht, brauchen Sie im Druckmenü nur noch das passende Papier zu wählen und erhalten meist einen realitätsnahen Ausdruck.

Farben richtig abstimmen

Wenn Drucker und Scanner oder Digitalkamera nicht vom gleichen Hersteller sind, muss alles wenigstens einmal grob kalibriert werden. Das ist einfach, wenn dem Scanner eine Farbtafel oder der Digitalkamera eine Kalibrierungssoftware beiliegt. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, ist die Sache machbar. Und zwar so:

  • Nehmen Sie eine Farbtafel oder ein besonders buntes Bild als Vorlage und stellen Sie es nach dem Scannen oder Fotografieren am Monitor optimal ein. Die Regler dafür: Helligkeit und Kontrast, Gradation und die Mischung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau.
  • Speichern Sie das Bild und drucken es aus. Der Ausdruck stimmt noch nicht? Spielen Sie weiter mit den Einstellungen, drucken Sie erneut. Wiederholen Sie das, bis Ausdruck und Monitorbild am besten übereinstimmen.
  • Halten Sie diese Reglereinstellungen fest – bei Photoshop etwa als individuelles Druckerprofil oder notieren Sie die Werte. Beispiel: Helligkeit +15 Prozent, Kontrast +10 Prozent, Rot - 10 Prozent.
  • Mit diesen Werten/dem Druckerprofil können Sie nun jedes später bearbeitete Bild im Handumdrehen druckfertig machen und erreichen vielleicht ohne einen einzigen Fehldruck gute Ergebnisse.

Tipp: Wenn Sie auf eine Papiersorte mit anderem Weißgrad oder auf andere Tinten wechseln, müssen Sie die Druckwerte anpassen.

Drucker richtig antreiben

Auch die Einstellung für einen Druckjob ist nicht ohne. Wichtig: Im Druckmenü muss immer die eingelegte Papiersorte angegeben sein. Dies deswegen, weil die aufgesprühte Tintenmenge je nach Papiersorte stark variiert. Wer den Drucker überlisten will und etwa Normalpapier einlegt und Fotopapier angibt, bekommt wellige, stark durchfeuchtete Blätter. Die Farbe droht zu verlaufen. Schade um die teure Tinte.

Experimentieren lohnt eher bei der Farbmischung: Sollen die Farbpunkte in eine Art von geometrischem Raster gesprüht werden (gut etwa bei einem Säulendiagramm), oder ist eine zufällige Mischung der Farbtüpfelchen (gut für ruhige Farbflächen in einem Foto) besser? Dazwischen gibts verschiedene Abstufungen mit kleinen, aber feinen Unterschieden im Druck.

Tipp: Besorgen Sie sich den neuesten Druckertreiber aus dem Internet, vom Hersteller oder Händler. Zeitpunkt dafür: beim Kauf des Druckers, beim Wechsel des Betriebssystems und sonst jeweils nach rund einem Jahr. Qualität und Drucktempo leiden unter alten Druckertreibern.

Auflösung richtig wählen

Ein weiteres Testfeld für perfekte Drucke ist die Suche nach der optimalen Auflösung des Bildes. Die sollte mit der Druckerauflösung harmonieren. Das heißt aber nicht, dass die Auflösung von Bild und Drucker gleich sein muss. Im Gegenteil. Aktuelle Drucker bringen 5760 x 2880 Farbtüpfelchen pro Zoll (dpi). Da diese Farbtröpfchen teilweise über, statt nebeneinander gedruckt werden, entspricht die Druckerauflösung nicht der des Digitalbilds. Dem reichen meist 300 dpi.

Tipp: Schauen Sie in die Dokumentation des Druckers. Welche Auflösung wählt er bei welchem Druckjob und welchem Papier? Das reicht von einer Hand voll Pixeln für Textdrucke bis zur vollen Auflösung für Farbfotos.

(Mini-)Fotodrucker: Vor und Nachteile

Fotodrucker drucken Digitalbilder direkt von der Speicherkarte, auf Wunsch ganz ohne Computer. Hohe Preise und eine nicht immer überzeugende Qualität mahnen jedoch zur Vorsicht.

Vorteile:

  • Fotodrucker funktionieren ohne Computer, die Daten werden direkt von Digitalkamera oder Speicherkarte eingelesen.
  • Sie sind klein und leicht - und damit mobil. So ist der Ausdruck direkt vor Ort möglich – etwa bei einem Kindergeburtstag.
  • Sie drucken relativ schnell.
  • Abzüge vom Fotodrucker bleichen nicht so schnell aus wie die von Tintendruckern.

Nachteile:

  • Fotodrucker kommen über das Format 10 x 15 Zentimeter nicht hinaus. Sie sind schon deshalb nicht universell nutzbar wie normale, ebenfalls fotofähige Tintendrucker.
  • Die Druckkosten sind noch höher als bei normalen Druckern. Da sie spezielle Druckverfahren und eben nicht Tinte nutzen, können die Druckkosten nicht wie sonst möglich und üblich mit Angeboten von Fremdanbietern gedrückt werden.
  • Ob der Fotodrucker auch mit der nächsten Digitalkamera und deren Speicherkarte funktioniert, ist nicht gewiss.

Tipp: Ein fotofähiger Tintendrucker ist universeller, billiger - und damit erste Wahl. Wenn es Ihre Haushaltskasse es zulässt, können Sie sich auch noch einen speziellen Fotodrucker zulegen - aber eben nur als Zweitgerät.

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