Bildbearbeitung: Dunkelkammer im PC

Mit dem Knipsen hört die Digitalfotografie noch längst nicht auf. Was früher nur das Fotolabor konnte, geht heute im PC: Bildbearbeitung. Bildfehler beseitigen: „Weg mit den roten Augen“, Bilder verschmelzen: „Ich vor dem ausbrechenden Ätna“, Bilder verfremden: „Sooo schnell bin ich mit dem Fahrrad gefahren“ – alles kein Problem. Für wenig Geld ist am PC fast alles möglich. Doch Achtung: Bildbearbeitung kann zum Hobby werden, das die Freizeit voll ausfüllt. Ein traumhaft einfach zu bedienendes Bildbearbeitungsprogramm gibt es leider nicht. Immerhin sind einige preiswert und trotzdem leistungsfähig: Einen Überblick gibt der Testkompass zum aktuellen Test Bildbearbeitungsprogramme aus 03/2006. Alle Testergebnisse unter komplett und interaktiv.

Aller Anfang ist schwer

Nur Profis beherrschen alle Funktionen der Programme per Mausklick. Laien müssen zunächst viel Zeit investieren. Grundlegende Tipps zum Einstieg:

  • Sichern. Arbeiten Sie immer mit einer Kopie des Bildes. Sichern Sie die Originale. Geht bei der Bildbearbeitung was daneben, ist so nur die Kopie verdorben.
  • Geduld. Nähern Sie sich dem Thema mit Ruhe, akzeptieren Sie den Lernaufwand. Probieren Sie aus: Bildgröße, Auflösung, Bildebenen und Effektfilter.
  • Rechner. Gönnen Sie sich einen schnellen Rechner, wenn Bildbearbeitung zum ernsthaften Hobby wird. Wichtig ist eine schnelle Festplatte und viel Arbeitsspeicher. Je mehr desto besser. Ein schneller Prozessor und ein flotter Datentransport im Rechner helfen bei aufwändigen Bildberechnungen.

Software: zunächst gratis

Beim Kauf von Scanner oder Digitalkamera gibts gratis meist ein Programm zur Bildbearbeitung dazu. Zum Beispiel Adobe Photoshop Elements – das reicht für Einsteiger völlig aus. Andere Programme sind voll auf das gekaufte Gerät abgestimmt. Vorteil: kinderleichte Bedienung. Nachteil: Bestimmte Optionen sind verborgen oder fehlen ganz. Tipp: Nutzen Sie anfangs das Gratisprogramm. Erst wenn das nicht mehr ausreicht, sollten Sie sich nach einem leistungsfähigeren umsehen.

Software: Programme zum Kauf

Die Profisoftware Photoshop gibt eine Linie vor, der viele andere Bildbearbeitungsprogramme folgen: Der Kern sind Werkzeugpaletten für Farben, Bildebenen und die Darstellung der Bearbeitungsschritte (History). Mit Minibildchen, so genannten Thumbnails (zu deutsch: Daumennagel) kann der Anwender jeden Arbeitsschritt vom Öffnen des Bildes an Revue passieren lassen. Ein Stichwort zu jedem Thumbnail sorgt für zusätzliche Kontrolle. Fachbegriffe, Funktionsfülle und abweichende „Standards“ bei Menüs und Werkzeugpaletten der unterschiedlichen Programme verwirren jedoch trotzdem. Ein gutes Programm sollte mindestens folgende Funktionen möglichst anwenderfreundlich beherrschen:

  • Retuschieren. Häufigste Anwendung: Rote Augen bei Blitzaufnahme beseitigen. Viele Programme bieten dafür eine Automatikfunktion.
  • Helligkeit korrigieren. Dunkle Bilder aufhellen und umgekehrt. Wichtig: Die Korrektur sollte sich auf bestimmte Bildbereiche beschränken lassen.
  • Farbfehler beseitigen. Häufigste Anwendung: rot- oder grünstichige Hautpartien nachbearbeiten.
  • Und mehr. Was können die einzelnen Programme: ein Überblick

Plug ins: für Fortgeschrittene

Für verbreitete Programme wie Paint Shop Pro und Photoshop gibt es im Internet Zusatzmodule, „Plug in“ genannt. Daduch ist beispielsweise die Nutzung des neuen Bildformats JPEG2000 möglich. Vor allem steigert sich damit der Spaßfaktor – etwa mit Morphing-Tools, die zwei Gesichter zu einem dritten verschmelzen.

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