Fotografieren: Alles bleibt anders

Trotz aller Verkaufserfolge: Noch sind Digitalkameras kein vollwertiger Ersatz für den herkömmlichen Fotoapparat. Sie schwächeln zum Beispiel im Urlaub. Tägliches Akkuladen ist Pflicht. Nur die besten Modelle schaffen etwa 400 Bilder aus einer Akkuladung. Doch auch die Bilddaten setzen ein Limit: Sie brauchen enorm viel Speicherplatz. Wer nicht das Notebook zum Überspielen der Fotos mitnimmt, muss zusätzliche Speicherkarten einpacken. Das ist ein teurer Spaß. Selbst das Fotografieren wird mit einer Digitalen anders: Weißabgleich, Auslöseverzögerung und Speicherplatzbeschränkung sind nur einige Tücken, mit denen sich der Digitalfotograf anfreunden muss. test.de sagt, was bleibt, und was sich ändert.

Das bleibt:

  • Motivprogramme. Auch Digitalkameras verfügen über Motivprogramme, die je nach Aufnahmeart den Schwerpunkt legen. Beispiele: Für Porträtaufnahmen wählt das entsprechende Programm eine große Blendenöffnung, weil so der Hintergrund verschwimmt, für Landschaftsaufnahmen eine kleine Blendenöffnung, damit der Berg im Hintergrund auch noch scharf bleibt, für bewegte Motive eine kurze Belichtungszeit, weil es dann scharf wird. So gelingen viele Fotos auf Anhieb gut.
  • Autofokus. Der funktioniert wie bei anderen Fotoapparaten auch, hat also ebenso Schwächen bei Motiven mit geringem Kontrast und/oder geringer Umgebungshelligkeit.

Das ändert sich:

  • Variable Empfindlichkeit. Je teurer die Digitalkamera, desto größer ihr Belichtungsspielraum. Bis zu 1600 ISO sind drin. Das macht den Blitz oft arbeitslos. Achtung: Ab etwa 800 ISO ist mit deutlichem Farbrauschen zu rechnen. Das entspricht dem groben Korn hochempfindlicher Filme.
  • Weißabgleich. Die Automatikfunktion der Digitalkamera versagt bei Mischlicht – etwa wenn ein Zimmer von Tages- und Kunstlicht erhellt wird. Farbfehler im Bild sind die Folge. Vorbeugen ist möglich – jedoch nur mit einer guten Kamera. Sie ermöglicht einen manuellen Weißabgleich. Dazu sollte der Digitalfotograf immer ein weißes Blatt Papier dabei haben. Das wird vors Objektiv gehalten, die entsprechende Funktion aktiviert, und die Kamera stellt sich auf das Mischlicht ein. Bei Kameras im mittleren Preissegment kann zumindest die Automatik deaktiviert und manuell verschiedene Lichtquellen gewählt werden. Bei Kameras, denen auch diese Funktion fehlt, bleibt nichts anderes übrig, als eventuelle Farbfehler später bei der Bildbearbeitung zu beheben.
  • Auslöseverzögerung. Zwischen Druck auf den Auslöser und Aufnahme können bei schlechten Digitalkameras durchaus zwei Sekunden vergehen. Das schränkt das Fotografiervergnügen ein: Schnappschüsse sind so kaum möglich.
  • Bildkontrolle. Am Monitor auf der Rückseite der Kamera lässt sich das Bild kontrollieren. Ist das Motiv trotz Auslöseverzögerung gut getroffen und scharf? Bessere Apparate vergrößern den auf dem Monitor gezeigten Bildausschnitt – erst so ist eine Schärfekontrolle möglich.
  • Abzüge. Beim Bestellen von Abzügen heißts aufpassen: Standardfotos werden beim Printservice am besten mit der Option „automatische Bildverbesserung“ bestellt. Wer aus künstlerischen Gründen jedoch falsche Farben sehen oder mit der Bildbearbeitungssoftware Effekte einfügen möchte, sollte auf diese Option verzichten. Halten Sie diese Infos am besten mit der Diktierfunktion Ihrer Digikam fest.
  • Speicherplatz. Ist begrenzt. Eine Ersatz-Speicherkarte, das Löschen misslungener Fotos und die Wahl einer schlechteren Bildqualität schaffen Platz. Bei höchster Auflösung und geringster Kompression passt aber bei mancher Kamera nicht mal ein einziges Bild auf die mitgelieferte Speicherkarte. Beschränkung tut Not. Doch was bringt weniger Verluste: eine geringere Auflösung oder eine stärkere Kompression? Die beste Bildqualität für digitale Weiterverarbeitung am PC ist mit Fotos möglich, die gering komprimiert sind: Bildqualität „Ultra“ oder „Best“. Abstriche an der Auflösung fallen weit weniger ins Gewicht. Nur bei sehr begrenztem Speicherplatz kann auch stärker komprimiert werden: „schlechte Bildqualität“ oder ähnlich.

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