Speicherkarten: Chip statt Film

Der Speicherchip in Digitalkameras konserviert die Aufnahmen wie der Film in klassischen Kameras. Er kann aber – ein riesiges Plus – gelöscht und erneut verwendet werden. Fehlschüsse werden sofort aussortiert, nur die guten Bilder wandern in den Rechner. Damit könnte das Leben so einfach sein. Wenn es nicht eine Hand voll verschiedener Speicherchips gäbe, und wenn die Anbieter von Digitalkameras nicht gerade beim Speicher knausern würden. test.de bringt Licht ins Dunkel:

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Die Systeme: Stärken und Schwächen

  • CompactFlash (CF). Älteres Kartenformat, groß, dick, wird auch in professionellen Digital­kameras genutzt. Bei Kompaktkameras nur noch wenig verbreitet. Datenraten schnell genug für Videowiedergabe, aber langsamer als SD-Karte. Preise ähnlich wie bei SD-Karten.
    Fazit: Älterer, erprobter Kartentyp.
  • Memorystick Pro (MS Pro). Sony-Standard. Groß und teuer. Schreib- und Le­se­­ge­schwindigkeit ähnlich wie bei CF. Für kleine Geräte gibt es die Kompaktbauform Duo. Mit Adapter passen „Duo“- Chips auch in normale MS-Steckplätze. „Pro“-Sticks (über 128 Megabyte) können nicht in älteren Geräten verwendet werden. Mit Schreibschutz-Schalter.
    Fazit: Wenig flexibler Standard.
  • Microdrive (MD). Das Microdrive-Laufwerk ist eine CF-Karte Typ II, etwa 5 Millimeter dick, bis zu 4 Gigabyte Speicherplatz. Fassungsvermögen und Preis sind klasse. Problem: der langsame Datenzugriff: Manche Geräte kommen daher nicht mit Microdrives klar. Ebenso störend: der Energieverbrauch. Ersatzbatterien oder externe Stromversorgung sind nötig.
  • Multimedia Card (MMC). Die MM-Card steckt oft in mp3-Spielern oder als Adressspeicher in Handys. Sie ist meist mit SD-Cards kompatibel. Nachteilig sind ihre langsame Datenübertragung. Auch gibt es des öfteren Kompatibilitätsprobleme: Manch älterer mp3-Spieler kann bestenfalls 16 Megabyte für rund eine Viertelstunde Musik nutzen und gibt mit einer 32-Megabyte-Karte keinen Pieps von sich.
    Fazit: Für Digitalkameras praktisch nicht mehr genutzt.
  • SecureDigital (SD). Leistungsfähige, preisgünstige Karte mit hohen Transfergeschwindig­keiten. Weit verbreitetes Format, wird von vielen Anbietern vermarktet. Universell einsetzbar, denn viele Geräte wie MP3-Spieler, Camcorder oder Mobiltelefone arbeiten mit SD-Karten. Mit Schreibschutz-Schalter.
    Fazit: Vielseitig und leistungsfähig.
  • SmartMedia (SM). Die SM-Card ist biegsam und „verletzlich“. Sie steckt hauptsächlich in Digitalkameras. Ihre großflächigen Goldkontakte liegen offen. Statische Aufladungen – etwa durch Laufen über Kunststoffteppiche – gefährden sie extrem. Auch Kontaktprobleme durch Schmutz und Kratzer sind möglich. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 128 Megabyte – unverändert seit über einem Jahr.
    Fazit: Die SM-Card ist ein Auslaufmodell.
  • xD-Picture (xD). Extreme-Digital-Karte. Klein, handlich, wird hauptsächlich von Fujitsu, Fujifilm und Olympus für Digitalkameras eingesetzt. Recht teuer. Insgesamt recht selten, sogar die Systemgründer Fujifilm und Olympus setzen verstärkt SD-Karten ein. Im Vergleich zu den anderen Kartentypen dauert vor allem das Schreiben von Daten lange.
    Fazit: Eher ein Auslaufmodell.

Tipps

  • Mitnehmen: Nehmen Sie zum Kauf einer neuen Speicherkarte stets Ihre Digitalkamera mit. So können Sie sicher sein, dass Sie auch die richtige Karte bekommen, und sofort prüfen, ob die Karte auch funktioniert.
  • Kalkulieren: Überschlagen Sie vor dem Kauf einer Speicherkarte für Ihren Urlaub, wie viele Bilder Sie machen wollen. Auf 256 Megabyte passen bei hoher Auflösung etwa 100 Fotos.
  • Kapazität. Wollen Sie einen langen Urlaub digital festhalten? Dann sind Compact Flash mit bis zu 2 - bald 4 - Gigabyte erste Wahl. Doch nicht jede Kamera mit mechanisch passendem Kartenschacht kann so eine Karte nutzen. Lassen Sie sich diese Eigenschaft beim Kauf der Digitalkamera zusichern.
  • Kaufen: Wenn für Ihre Kamera passende Karten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden, kaufen Sie eine preiswerte. Die günstigen Karten brachten im Test beim Einsatz in Digitalkameras ausreichende Leistungen.
  • Notfall: Wenn die Speicherkarte doch zu klein ist: In einigen Urlaubsorten können Sie sich Fotos von der Speicherkarte auf eine CD brennen lassen. Fragen Sie in entsprechenden Internetcafés oder Fotogeschäften nach.
  • Alternative: Auch gut ausgerüstete MP3-Spieler mit Festplatte lesen Speicherkarten ein. Der Archos AV400 aus test 1/05 zum Beispiel lädt Foto- oder Textdateien von Compact- Flash-Karten (zirka 500 Euro).
  • Kompatibilität. Besitzen oder planen Sie die Anschaffung anderer Geräte mit Speicherkarten wie PDA, Handy oder MP3-Player? Dann sollten diese Systeme den gleichen Speicher nutzen – etwa die Secure Digital.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Hier siegt CompactFlash.
  • Zukunftssicherheit. Gibts nicht wirklich. Daher können auch ältere Medien wie CompactFlash eine gute Wahl sein.
  • Zweit-Speicherkarte. Ist angesagt: Manchmal reicht der mit der Kamera verkaufte Speicher nicht mal für ein hoch auflösendes, unkomprimiertes Bild. Nutzen Sie Sonderangebote.

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