Wer viel fotografiert, der produziert auch viele Meta­daten.

Digitale Fotos enthalten nicht nur jede Menge Pixel – in den Bild­dateien sind meist auch umfang­reiche Zusatz­informationen gespeichert, etwa Uhrzeit, Ort und Kamera­einstel­lungen. Wer nicht will, dass solche Meta­daten in falsche Hände geraten und Rück­schlüsse auf die eigenen Lebens­gewohn­heiten zulassen, sollte sie entfernen. Ratsam ist das vor allem vor dem Veröffent­lichen auf Blogs oder in sozialen Netz­werken. test.de erklärt, wie das in den gängigsten Betriebs­systemen funk­tioniert.

Bild­dateien: Mehr als nur Pixel

Wer bei Handy oder Digicam auf den Auslöser drückt, speichert nicht nur ein Foto, sondern auch zahlreiche Informationen darüber: Diese sogenannten Meta­daten leisten im Normalfall gute Dienste: So helfen Aufnahme­zeit und GPS-Koor­dinaten beim Sortieren. Angaben zu Blenden­öffnung, Verschluss­zeit und ISO-Wert können Hinweise auf die Qualität einer Aufnahme geben.

Was Meta­daten verraten können

Zeit- und Orts­angaben lassen jedoch oft auch Rück­schlüsse auf Wohn­ort und Lebens­gewohn­heiten zu – Kamera- und Objektivmodell sogar auf finanzielle Verhält­nisse. Viele Fotografen versehen ihre Aufnahmen oben­drein am Computer mit selbst gewählten Stich­worten, um sie später besser finden zu können. Auf diese Weise ergeben sich teils sehr aussagekräftige Beschreibungen, die jedoch in aller Regel nicht für die Allgemeinheit gedacht sind.

Typen von Meta­daten

Fotos können insgesamt drei Typen von Meta­daten enthalten, die inner­halb der Bild­datei (zum Beispiel Jpeg oder Tiff) in jeweils eigenen Bereichen stehen:

  • EXIF: In die EXIF-Daten („Exchangable Image File Format“) schreibt die Kamera auto­matisch Informationen über die Umstände einer Aufnahme, also Uhrzeit, Datum, GPS-Koor­dinaten (wenn vorhanden) sowie Kameramodell und Einstel­lungen. Zu letzteren gehören Blende, Verschluss­zeit, Belichtungs­programm, Brenn­weite und Belichtungs­index (ISO-Wert).
  • IPTC: Weitere Informationen lassen sich mittels geeigneter Software (zum Beispiel Daten­bank­programme für Fotos) nach­träglich hinzufügen. Das geschieht in Form von IPTC-Daten („Interna­tional Press Telecommunications Council“). Auf diese Weise halten etwa Fotojournalisten Urheber­rechts- und Lizenz­vermerke sowie Details zu Bild­inhalten fest.
  • XMP: Das ursprüng­lich von Adobe entwickelte XMP-Format („Extensible Metadata Platform“) dient als Container für alle möglichen Arten von Meta­daten, darunter auch EXIF- und IPTC-Daten. Oft sind diese dadurch in ein und derselben Bild­datei zweimal vorhanden. Das XMP-Format erleichtert den Austausch von Meta­daten zwischen verschiedenen Anwendungen, etwa Bild­bearbeitungs­programmen.

Besser nicht auf soziale Medien verlassen

Zwar löschen hier­zulande soziale Netz­werke wie Facebook und Whatsapp Meta­daten beim Upload auto­matisch – was jedoch nicht heißt, dass sie die Angaben nicht speichern und analysieren. Wer von vorn­herein ausschließen will, dass sensible Daten in falsche Hände geraten, sollte sie vor dem Verschi­cken an andere oder dem Veröffent­lichen lieber selbst löschen. Der Aufwand ist relativ über­schaubar.

Tipp: PC- und Mac-Nutzer, die ihre Fotos vor dem Veröffent­lichen ohnehin in eine Bild­bearbeitung wie Photo­shop, Light­room oder Gimp laden, entfernen die Meta­daten am besten darin.

Wind­ows: Löschen mit dem Explorer

Wind­ows 10. Wer die umrandete Option antippt (links), kann entscheiden, ob er Meta­daten aus dem Original löschen oder eine Kopie erstellen will.

Auf PCs (in unserem Fall mit Wind­ows 10 Home) lassen sich Meta­daten löschen, indem der Nutzer im Wind­ows-Explorer das betreffende Foto mit der rechten Maustaste anklickt, erst „Eigenschaften“ auswählt und dann „Details“. Wer mehrere Fotos auf einmal bearbeiten will, markiert diese und folgt dann denselben Schritten. Zum Löschen zunächst auf „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“ tippen, dann auswählen, ob die Meta­daten im Original entfernt werden oder Wind­ows eine meta­daten­freie Kopie anlegen soll. Im Original ist auch das Löschen einzelner Felder möglich – das Speichern der ausgewählten Einstel­lungen dagegen nicht.

Als externe Allroundlösung gilt das Gratis­programm ExifTool. Damit lassen sich EXIF-, IPTC- und XMP-Daten in allen erdenk­lichen Bild­formaten anzeigen, bearbeiten und löschen.

MacOS: Nur mit Extra-Software

Mac-Nutzer können mit Bord­mitteln prüfen, ob ein Bild Meta­daten enthält. Das funk­tionierte auf unserem iMac mit macOS Mojave (10.14), indem wir das Foto auf dem Desktop per Doppelklick mit der „Vorschau“-App öffneten und mit der Tasten­kombination „Command + i“ die Informationen einblendeten. Unter „Weitere Informationen“ findet man den Reiter „Exif“ – falls die Bild­datei entsprechende Daten enthält.

Um diese zu entfernen, ist eine Zusatz-App erforderlich, zum Beispiel das kostenlose ImageOptim. Darin lassen sich per „Drag and drop“ einzelne Dateien oder ganze Ordner ins Programm­feld ziehen, woraufhin jeweils die Originaldatei mit einer Version ohne Meta­daten über­schrieben wird. Wer nur einen Teil der Daten löschen will, greift auf ExifTool oder ein vergleich­bares Programm zurück.

Android: Eine App zum Teilen

Android 10. Auf „Details“ tippen (links) – schon erscheint ein Teil der Meta­daten. Gespeichert sind aber deutlich mehr.

Auf Android-Smartphones lassen sich – wenn über­haupt – nur wenige Meta­daten löschen. Das genaue Vorgehen hängt vom Fabrikat des Handys und der Version des Betriebs­systems ab. So waren die Meta­daten eines Bildes, das mit einem älteren Huawei P 9 lite (Android 7) geknipst wurde, im Ansichts­modus der Kamera-App jeweils hinter einem winzigen, eingekreisten „i“ versteckt.

Auf einem Samsung Galaxy S9+ (Android 10) ließen sich sowohl Stand­ortdaten als auch auto­matisch gesetzte Schlagwörter („Tags“) löschen: Dazu musste man ein Foto öffnen, rechts oben auf den Drei-Punkte-Button, dann auf „Details“ und schließ­lich auf „Bearbeiten“ tippen. Wer Smartphone-Bilder anschließend mit einem Wind­ows-Rechner auf ein Speichermedium importiert, kann dort alle weiteren Meta­daten löschen (siehe Abschnitt „Wind­ows“).

Direkt auf dem Smartphone lassen sich diese zum Beispiel mit der kostenlosen App Photo Exif Editor entfernen. Praktisch ist auch Scrambled Exif – eine Gratis-App, die Nutzer beim Teilen ihrer Fotos zwischen­schalten können: Statt auf eine Mail-, Messenger- oder Social-Media-App zu tippen, wählen sie in der Liste die App aus. Darauf­hin werden die ausgewählten Bilder von sämtlichen Meta­daten befreit und umbe­nannt. Anschließend erscheint wieder die App-Liste und man wählt den gewünschten Dienst aus.

Tipp: Wer in den Einstel­lungen unter „Apps“ die Kamera-App auswählt und in den Berechtigungen den Stand­ortzugriff deaktiviert, erhält in der Folge Fotos ohne GPS-Koor­dinaten.

iOS/iPadOS: Weitergabe von Fotodaten deaktivieren

iPadOS 13. Das „Share-Sheet“ (links) lässt sich über den Teilen-Button in der Foto-App ansteuern.

Nutzer eines Apple iPhone oder iPad können ab Version 13 ihres Betriebs­systems mit Bord­mitteln verhindern, dass Meta­daten in sozialen Netz­werken oder auf Blogs landen. Auf einem iPad Air 2 mit iOS 13 funk­tionierte das, indem wir in der App „Fotos“ ein Album und darin ein, mehrere oder alle Bilder auswählten und anschließend auf das „Teilen“-Symbol ganz oben tippten. Bei anderen Geräten wie dem iPhone SE (2016) befindet sich der Button unten. Im sich öffnenden Fenster wählt man „Optionen“ und deaktiviert unter „Einbeziehen“ die Option „Alle Fotodaten“. Anschließend können Nutzer den Dienst wählen, über den die Bilder geteilt werden sollen, zum Beispiel Mail oder iCloud-Fotofreigabe.

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