Digitale Fotodienste Test

Wer will, kann auch Speicherkarten ins Labor schicken.

Digitale Bilder haben einen klaren Vorteil: Fotografen können sie bereits auf dem Display der Kamera oder auf dem Computermonitor anschauen. Dennoch lassen viele Hobby-Fotografen auch Papierabzüge entwickeln. Fotodienste bringen die Dateien ihrer Kunden auf verschiedenen Wegen aufs Papier. Stiftung Warentest hat bei zehn großen Handelsketten 1 000 Fotos entwickeln lassen. Weder bei der Abwicklung noch bei der Qualität der Bilder konnten die Anbieter richtig überzeugen. Außer „Befriedigend“ und „Ausreichend“ ist im Gesamturteil nichts zu sehen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Fotobücher und Poster

Schwankende Bildqualität

Bei einigen der zehn getesteten Handelsketten gab es Qualitätsschwankungen: Die gleichen eingesandten Bilder hatten bei gleichem Format mal bessere und mal schlechtere Qualität. Gut war die Bildqualität allerdings bei keinem Anbieter - auch nicht bei Anbietern, die konstante Qualität geliefert haben. Grund: Ohne dass der Kunde sich dafür oder dagegen entscheiden kann, arbeiten die Labore mit automatischer Bildverbesserung. Diese macht die Bildqualität in manchen Fällen eher schlechter. Blauer Himmel bekommt manchmal einen Rotstich, graue Straßenszenen wirkten gelblich oder grünlich.

Fototaschen für Nostalgiker

Wer sich daran gewöhnt hat, seinen Film beim Fotodienst in eine Fototasche zu tüten, um sie ein paar Tage später wieder abzuholen, kann das auch weiterhin tun. Einziger Unterschied: Anstatt des Films kommt eine zuvor gebrannte CD in die Fototasche. Nachteile: Die Selbstbedienungstheken für die Fototaschen sind oft klein und unübersichtlich. Und wer verschiedene Papierformate entwickeln lässt, braucht für verschiedene Größen sicherheitshalber jeweils eine CD. Das ist in der Regel teuer und umständlich.

Orderstationen für Lernwillige

Für solche Fälle gibts in einigen Geschäften Orderstationen. Das sind elektronische Kundenterminals, in die Kunden ihre CDs oder Speicherkarten schieben, um die Bilder auszuwählen und ihnen das entsprechende Format zuzuweisen. Per Knopfdruck geht dann ein Auftrag an das Labor. So einfach es klingt, so kompliziert kann es sein: Meist müssen sich Erstkunden eine spezielle Kundenkarte ausstellen lassen und sich an den Umgang mit der Orderstation gewöhnen. Vorteile: Es kann ein Auftrag mit verschiedensten Optionen wie etwa unterschiedliche Formate erstellt werden. Außerdem sieht der Kunde schon während des Bestellvorgangs wie viel ihn die Mischbestellung kosten wird. Die Geräte von Rossmann bieten diese Kostenanzeige allerdings nicht.

Webseiten für Internet-Nutzer

Wer seine digitalen Bilder als Dateien zu Hause auf dem Computer liegen hat, kann sich den Weg zu den Filialen sparen. Voraussetzung: ein schneller Internetzugang - am besten DSL. Selbst ISDN-Geschwindigkeit kann schon nerven, per Analog-Modem macht dieser Bestellvorgang kaum Sinn. Die Online-Bestellung funktioniert grundsätzlich auf zwei Arten: entweder direkt über die Webseite des Anbieters oder über eine zuvor heruntergeladene Bestellsoftware. Die zweite Variante bietet einige Vorteile: Während Kunden den Auftrag zusammenstellen, müssen sie nicht online sein. Und die Programme haben häufig zusätzliche Funktionen: So lässt sich zum Beispiel der Rote-Augen-Effekt wegmachen.

Bestellsoftware für Anspruchsvolle

Erfreulich: Sowohl der Bestellvorgang per Browser als auch per Spezialsoftware funktionierte im Test meist ohne Unterbrechung. Die Tester ermittelten folgende Erfahrungswerte für die Ladedauer: Zehn Bilder im JPEG-Format mit insgesamt zehn Megabyte brauchten bei allen Anbietern per DSL zwischen 11 und 12 Minuten, per ISDN zwischen 23 und 28 Minuten. Ärgerlich: Media Markt gibt vor dem Vorgang falsche Übertragungszeiten an - zudem wird der Fortschritt beim Laden der Datei nicht angezeigt. Das Warten beim Hochladen der Dateien lohnt sich. Die Filiale kann die Daten direkt an das Großlabor weiterleiten. Dadurch verkürzt sich die Lieferzeit erheblich. Beispiel: Bei Galeria Kaufhof warteten die Tester auf Filialbestellungen durchschnittlich fünf Tage - auf Internetbestellungen nur drei.

Komplett + Interaktiv: Test Fotodienste aus der Zeitschrift test

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