Digitale Daten

Interview: „Bleiben Sie hartnä­ckig“

Digitale Daten - So löschen Sie sie richtig

Nutzer­konten im Internet müssen auf Wunsch gelöscht werden, sagt Michaela Zinke vom Projekt „Surfer haben Rechte“ des Verbraucherzentrale Bundes­verbands.

Inhalt

Wie kann ich ein Nutzer­konto oder ein Profil bei einem sozialen Netz­werk löschen?

Zinke: Die Möglich­keiten zum Löschen sind sehr unterschiedlich. Auf jeder einzelnen Onlineplatt­form, also bei jedem Shop oder E-Mail-Dienst, müssen Sie neu auf die Suche gehen. Nicht immer werden Sie fündig. Viel zu häufig verstecken Anbieter von Internet­diensten die Funk­tion zum Löschen des Nutzer­kontos hinter vielen Klicks. Manchmal gibt es sie gar nicht. Besonders ärgerlich ist es, dass einige Anbieter selbst schriftliche Aufforderungen der Nutzer nicht beant­worten.

Wenn ich mein Nutzer­konto erfolg­reich gelöscht habe – sind die Daten dann auch wirk­lich weg?

Zinke: Nicht unbe­dingt. Immer wieder löschen Anbieter die Kunden­konten und Online­profile gar nicht wirk­lich. Statt­dessen schalten sie diese auf „inaktiv“. Dann bleiben die Daten auf den Rechnern der Firma und können bei einer erneuten Anmeldung im System sofort wieder genutzt werden. Daten, die an andere Unternehmen weiterge­geben wurden, werden auch nicht gelöscht.

Habe ich ein Recht darauf, dass der Anbieter meine Daten löscht?

Zinke: Ja. Sie haben einen recht­lichen Anspruch auf voll­ständige Löschung Ihrer persönlichen Daten, es sei denn, der Anbieter muss konkret damit rechnen, dass er diese etwa im Fall von Schaden­ersatz­ansprüchen oder zur Abrechnung noch braucht. Dann darf er die Daten zu diesem Zweck noch behalten.

Was raten Sie Internetnutzern?

Zinke: Bleiben Sie hartnä­ckig. Wenn Sie ein Nutzer­konto oder Profil bei einem sozialen Netz­werk loswerden wollen, finden Sie häufig in der „Hilfe“ oder in externen Foren eine Anleitung zum Löschen. Geben Sie den Namen des Anbieters und die Begriffe „Profil löschen“ oder „Konto löschen“ ein. Finden Sie keine Hilfe, sollten Sie den Anbieter schriftlich auffordern, das Nutzer­konto zu löschen.

Kann ich kontrollieren, ob der Anbieter meine Daten tatsäch­lich gelöscht hat?

Zinke: In der Regel nicht. Sie müssen auf die Anbieter vertrauen und genau das ist oft das Problem.

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anon am 15.05.2013 um 20:35 Uhr
@Remember_Carthage

Ich zwinge niemanden zu irgendetwas. Ich persönlich habe schon immer meine Festplatten guten Gewissens genau einmal mit 0 überschrieben, bevor ich sie aus meiner Obhut gegeben habe.

Gelöschter Nutzer am 15.05.2013 um 20:09 Uhr
@anon

Wie ich zuvor schrieb: "Wenn sie persönlichste Daten an Unbekannte geben wollen, nachdem sie sie einmalig überschrieben haben, können sie das gerne tun. Ich möchte in solchen Fällen mit Sicherheit auch ein Restrisiko ausschließen, zumal der Mehraufwand extrem gering ist und es mit keinen Kosten verbunden ist." Daran halte ich mich und offenbar auch viele derjenigen, die ihre Platten nicht gedankenlos weitergeben. Sie dürfen es gerne für sich selbst anders entscheiden. Ich habe jedoch schon oft die Erfahrungen machen müssen, daß Leute, die ganz genau wissen, was andere in bestimmten Situationen zu tun oder zu lassen haben und dies auch sehr eloquent kundtun und wenn sie könnten sogar andere zu ihrem vermeintliche Glück zwingen würden, plötzlich ganz anders handeln, wenn es sie selbst betrifft.

anon am 15.05.2013 um 18:06 Uhr
@Remember_Carthage

Noch sehr viel kategorischer die Aussage des heise Verlags: "Um Daten endgültig von einer Festplatte zu tilgen, sodass sie kein Schnüffler oder Datenretter wiederherzustellen vermag, genügt es, sie ein einziges Mal mit Nullen zu überschreiben. Der Mythos, dass es Datenrettern oder gar Geheimdiensten mit aufwendigen Gerätschaften gelingen könnte, einmal überschriebene Daten wieder hervorzuzaubern, hat sich nie bestätigt. Jeder professionelle Datenretter hat uns in den letzten Jahren versichert, dass dies technisch nicht möglich sei." (http://www.heise.de/ct/artikel/Datenpuzzle-763739.html) Also: Sie geben inkompetenten Unsinn von sich.

anon am 15.05.2013 um 18:02 Uhr
@Remember_Carthage

"Jedes Datenrettungslabor versucht Daten aus einmalig überschriebenen Sektoren wiederherzustellen" Sie haben wie so oft einen Fehler: Einfach keine Ahnung. Hier ein Zitat vom Datenrettungsmarktführer: "wenn die Dateien Bit für Bit überschrieben wurden, kommt fast jede Hilfe zu spät." (Ausnahme wäre z.B., es finden sich zufällig noch irgendwie temporär kopierte Fragmente der Datei woanders auf der Platte.) Ein anderer Datenrettungsdienstleister: "Die Geschichte, dass eine Festplatte siebenmal überschrieben werden sollte um die Daten sicher zu löschen, sollte lieber vergessen werden. Einmal überschrieben sind die Daten weg" Auch Regentänze haben extrem geringen Mehraufwand und sind mit keinen Kosten verbunden, trotzdem haben Bauern inzwischen eingesehen, dass es einfach Humbug ist.

Gelöschter Nutzer am 15.05.2013 um 15:25 Uhr
@anon

Jedes Datenrettungslabor versucht Daten aus einmalig überschriebenen Sektoren wiederherzustellen. Diese Dienstleistung wird von praktisch allen Laboren angeboten. Wenn sie persönlichste Daten an Unbekannte geben wollen, nachdem sie sie einmalig überschrieben haben, können sie das gerne tun. Ich möchte in solchen Fällen mit Sicherheit auch ein Restrisiko ausschließen, zumal der Mehraufwand extrem gering ist und es mit keinen Kosten verbunden ist.