Ein Flachbildschirm plus Ansteuerelektronik und ein wenig Schmuck drum her­um – digitale Bilder­rahmen zeigen Einzelbilder, Diashows und einzelne auch Videoclips.

Mein Kind, mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Oma – ein einziger Bilderrahmen zeigt die liebsten Motive, ohne die Bilder auch nur ein einziges Mal per Hand wechseln zu müssen. Wie beim Fernsehen bekommt der Betrachter im Sekundentakt oder in längeren Intervallen die verschiedensten Bilder geboten. Das spart Platz an der Wand, auf dem Schreibtisch oder überall dort, wo Fotos in drangvoller Enge bislang ihren eigenen Rahmen hatten, und für Unterhaltung sorgt es auch.

Solche digitalen Bilderrahmen gibt es mit Bilddiagonalen im Schlüsselanhängerformat von wenigen Zentimetern für 10 Euro bis zu Ausstellungsformaten von weit über einem Meter für etliche Tausend Euro. Für unseren Test haben wir Rahmen mit 16 bis 20 Zentimeter Diagonale ausgesucht, zu Preisen zwischen rund 80 und 230 Euro. Die sind groß genug für das klassische Postkartenformat 10 mal 15 Zentimeter und ein wenig mehr (7 bis 8 Zoll Bilddiagonale).

Bildqualität wie beim Pal-Fernsehen

Das Verhältnis der Bildseiten der Rahmen ist wenig einheitlich. Sie reichen vom 4:3-­Fernseh- und Fotoformat der digitalen Kompaktkameras über das Format 3 : 2 der Kleinbildfilm- und Spiegelreflexkameras bis zum 16:9-Breitformat aktueller Flachfernsehgeräte. Fotos, die nicht dem Format des Rahmens entsprechen sind recht unproblematisch. Ohne Formatanpassung gibt es bei der Wiedergabe schmale dunkle Ränder oben und unten beziehungsweise rechts und links. Oder die Software vergrößert das Bild, zwackt etwas vom Rand ab, und das Bild erscheint im Vollformat.

Die Rahmen können auch hochkant aufgestellt werden. Dann zeigt sich aber deutlich, dass die digitalen Bilder von schräg rechts oder links unterschiedlich gut betrachtet werden können. Ist der Betrachtungswinkel zu stark eingeschränkt, haben wir das entsprechend bewertet.

Wurde die Bildqualität der digitalen Bilderrahmen mit „gut“ bewertet, dann erreicht sie etwa das Niveau des Pal-Fernsehbilds. Die Auflösung der Bilder gleicht der herkömmlicher TV-Bildschirme (zwischen 720 mal 480 und 800 mal 600 Bildpunkten). Die Geräte mit geringerer Auflösung erreichten bestenfalls „befriedigend“. Die Bilder wirken pixelig und streifig. Mittelmäßige Noten im Sehtest bekamen aber auch drei höher auflösende Bildschirme: Bei Jobo haben Schatten kaum Graustufen, und die Farbtreue könnte besser sein. HP wurden mäßiger Kontrast und mäßige Farben angekreidet, Sony mäßige Farben.

Die vier schlechtesten Geräte

Die schlechtesten digitalen Bilderrahmen im Test, Hama, Typhoon, Dörr und Polaroid, gehören aber zu den geringer auflö­senden Modellen. Alle erreichen nur ein „Ausreichend“ im Sehtest und fallen durch sehr geringe Betrachtungswinkel auf.

Tipp: Sie können auch dazu beitragen, die Bildqualität zu verbessern und die Verarbeitungszeit zu verkürzen. Rechnen Sie Bilder, die Sie zur Wiedergabe vorbereiten, in einem Bildbe­arbeitungs­pro­gramm auf die gleiche Auflösung um, die der Bilderrahmen hat, und stellen Sie die Kamera – wenn möglich – auf dasselbe Bildseitenverhältnis ein. Dann muss die Rahmen-Software nicht umrechnen.

Die digitalen Bilderrahmen bekommen ihre Bilddaten meist von SD-Speicherkarten aus Digitalkameras, Dateiformat Jpeg. Damit können alle Geräte im Test etwas anfangen. Fast alle Rahmen laden die Bilder aber auch von weniger gebräuchlichen CF-, MS- oder xD-Karten. Die „Jpegs“ können aber auch im PC vorbereitet und von dort aus – so vorhanden – über die Standardschnittstelle USB übertragen werden.

Daten auch per Internet

Für die Datenübertragung vom PC haben fast alle Bilderrahmen mindestens einen USB-Anschluss und einen internen Speicher. Der Speicher reicht meist für Hunderte Fotos. Nur HP knausert hier. Platz für 15 Bilder ist recht wenig. Aiptek bietet für die Übertragung von Fotos auch eine drahtlose Bluetooth-Schnittstelle. Diesen Standard verwenden viele Mobiltelefone. So können Bilder vom Fotohandy per Funk auf den Bilderrahmen überspielt werden.

Der Nextbase-Rahmen loggt sich sogar in das Heim-Computernetzwerk (über WLan) ein und kann Bilder als E-Mail empfangen. So könnte die Oma mit Familienfotos versorgt werden. Per E-Mail kann der Anbieter auch Updates für das Betriebsprogramm des Rahmens überspielen. Allerdings ist für ihn auch nachvollziehbar, wann und wofür der Bilderrahmen genutzt wird. Ein weite­rer Pferdefuß: Die E-Mail-Adresse ist problemlos beschaffbar, sie steht für jeden gut zugänglich – zum Beispiel im Geschäft – in der Bedienungsanleitung. Und so können, wie bei E-Mails, unerwünschte Daten den Speicher zumüllen. Die Adresse des Rahmens ist vom Nutzer nicht änderbar.

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