Die Digital Media N. V. stellt Anlegern märchenhafte Gewinne in Aussicht, wenn sie sich mit 2 500 Euro an der ­Finanzierung einer Glücksspielsoftware beteiligen. Bei durchschnittlicher Geschäftsentwicklung bekämen sie eine monatliche „Zusatzrente“ von 391 Euro im ersten und 1 563 Euro im vierten Jahr der Beteiligung, heißt es im Prospekt. Doch das Risiko ist groß.

Mit dem Anlegergeld will die Digital Media die Software für 80 Casino-Portale im Internet liefern. Diese sollen Spielern weltweit die Möglichkeit bieten, sich vom häuslichen PC aus an Glücksspielen, Sportwetten und Lotterien zu beteiligen. Bezahlen können sie zum Beispiel per Kreditkarte.

Die Casino-Portale sind auf den Niederländischen Antillen ansässig und dort staatlich lizensiert. Anders als beim Glücksspiel in Deutschland müssten die Spielbetreiber dort nicht 95 Prozent, sondern nur 2 Prozent Steuern zahlen, sagen die Anbieter. Deshalb könnten die Erträge zu fast 100 Prozent an die Initiatoren fließen. Abzüglich der Verwaltungskosten könnten 80 Prozent der Netto-Spielerlöse an Anleger ausgeschüttet werden.

40 Millionen Euro will die Digital Media über die Londoner Vertriebsfirma CasMaker Ltd. mit Nebensitz in Hannover für ihr Projekt einsammeln. Wer sich beteiligt, muss im Antrag angeben, auf welches Konto seine monatliche Auszahlung überwiesen werden soll.

Doch wie bei allen stillen Gesellschaften ist mit dem Geschäft „generell auch das Risiko des Totalverlustes“ verbunden, wie es korrekt unter „Rechts- und Risikohinweise“ zu dem Angebot heißt.

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