Der Bundes­finanzhof (BFH) hat die Ungleichbe­hand­lung bei der Dienst­wagen­besteuerung beendet: Danach dürfen Arbeitnehmer jetzt auch bei der 1-Prozent-Regelung selbst gezahlte Pkw-Kosten absetzen. Bislang konnten eigene Kosten nur bei der Fahrten­buch-Methode geltend gemacht werden (BFH, Az. VI R 2/15; Az. VI R 49/14).

Darf ein Arbeitnehmer den Dienst­wagen privat nutzen und führt er kein Fahrten­buch, muss er für die private Nutzung des Autos einen geld­werten Vorteil von 1 Prozent des Listen­preises sowie für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits­stätte 0,03 Prozent des Listen­preises versteuern. Hat er mit seinem Chef vereinbart, dass er Betriebs­kosten wie Benzin und Versicherung selbst zahlt, war das bisher seine Privatsache. Nach den BFH-Urteilen muss das Finanz­amt nun den nach der 1-Prozent-Methode ermittelten geld­werten Vorteil um selbst getragene Ausgaben mindern.

Arbeit­geber mussten bis spätestens 28. Februar die elektronischen Lohn­steuer­bescheinigungen für 2016 ans Finanz­amt über­mitteln. Ist das bereits geschehen, können sie den Steuer­abzug nicht mehr ändern. Dann müssen sich Arbeitnehmer die zu viel gezahlte Lohn­steuer über ihre Steuererklärung zurück­holen. Dafür machen sie den zu hoch versteuerten geld­werten Vorteil als Werbungs­kosten geltend.

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