Dienstreise mit Privatprogramm Meldung

Geteilte Kosten. ­Las Vegas ist nicht nur ­Privatvergnügen, wenn die Reise auch berufliche Gründe hat.

Bald müssen Finanzämter wahrscheinlich auch anteilige Fahrtkosten einer Reise mit Privatprogramm als Werbungskosten anerkennen, wenn sich die beruflichen Reisetage eindeutig von den privaten abgrenzen. Dann steht einer Aufteilung der Reisekosten nichts entgegen, stellte der VI. Senat vom Bundesfinanzhof (BFH) fest.

Bei einem EDV-Controller aus Nordrhein-Westfalen lehnte das Finanzamt die Fahrtkosten ab, weil der Mann während seiner siebentägigen Reise nach Las Vegas nur an vier Tagen beruflich zu tun hatte. Er hatte Urlaub genommen, um zur Computermesse zu fahren. Sein Chef beteiligt sich nicht an den Kosten.

Das Finanzamt erkannte nur Tagungsgebühren als Werbungskosten an. Erst als der Controller dagegen vor das Finanzgericht zog, akzeptierte es auch für vier Tage Übernachtungskosten und für fünf Tage Verpflegungspauschale einschließlich eines Anreisetags. Nun ist noch strittig, ob die Behörde auch seine anteiligen 1 760 Euro Flugkosten anerkennen muss:

Aufgeteilte Flugkosten für 4 Dienstreisetage
Flugkosten gesamt: 3 080 Euro
Kosten pro Tag: 3 080 Euro / 7 Reisetage: 440 Euro
Anteilig für die Dienstreisetage:
440 Euro x 4 Dienstreisetage = 1 760 Euro

Weil die Meinungen am Bundesfinanzhof dazu auseinander gehen, muss nun der oberste Senat Stellung beziehen (Az. VI R 94/01).

Tipp: Rechnen Sie auch anteilige berufliche Reisekosten in Ihrer Steuererklärung ab. Belegen Sie, wie viele Tage der Reise beruflich veranlasst waren. Der berufliche Zeitanteil sollte wenigstens 15 Prozent betragen. Lehnt das Amt ab, legen Sie mit Hinweis auf das BFH-Verfahren Einspruch ein. Zugleich beantragen Sie Ruhen Ihres Verfahrens bis zur Entscheidung.

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