Dienstreise Meldung

Auch die Expedition ins Ausland kann eine Dienstreise sein.

Wer aus beruflichen Gründen eine Gruppenreise ins Ausland plant, sollte bereits vor Reisebeginn die Begründung fürs Finanzamt festzurren. Dann hat er weniger Probleme mit der Abrechnung der Reisekosten in der Steuererklärung. Bestätigt der Arbeitgeber, dass die Organisation und Durchführung der Reise eine Dienstaufgabe ist, kann die Expedition mit dem Finanzamt beginnen. Dann sei ein beruflicher Anlass gegeben, machte der Bundesfinanzhof klar (Az. VI R 22/01).

Bei Gruppenreisen winkt das Finanzamt ansonsten meist ab und argumentiert, sie habe den Erlebniswert einer Urlaubsreise. Aus diesem Grund strich die Behörde einer wissenschaftlichen Hilfskraft an einem Uni-Institut für Geographie 3 600 Euro Reisekosten für eine Expedition in den Südwesten der USA. Auch das Finanzgericht wollte die Kosten nicht anerkennen.

Die obersten Finanzrichter schauten genauer hin und nahmen das Expeditionsprotokoll unter die Lupe: Zum straffen Programm gehörten wissenschaftliche Lehrwanderungen, Vorträge und Diskussionen. Zu zehn Programmpunkten hatte die junge Wissenschaftlerin einen Vortrag gehalten. Außerdem hatte die Universität sie mit der Durchführung und Organisation der Reise beauftragt.

Das reichte dem BFH aber noch nicht. Abschließend soll das Finanzgericht noch klären, warum die junge Angestellte zusätzlich zu einem Hochschullehrer die Expedition organisierte und weshalb ihr von ihrem Arbeitgeber die Reisekosten nicht erstattet wurden.

Tipp: Wenn Sie nicht in der Gruppe ins Ausland reisen, ist es nicht so schwierig, die Ausgaben abzurechnen. Die Werbungskosten muss das Finanzamt abnicken, falls Sie einen Geschäftsfreund aufsuchen, einen Vortrag auf einem Fachkongress halten oder einen Forschungsauftrag ausführen (BFH, Az. VI R 94/90).

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