Dienst­rad Mit dem Dienst­rad Steuern sparen

29.07.2021
Dienst­rad - Mit dem Dienst­rad Steuern sparen
Dienst­rad. Mit Hilfe des Arbeit­gebers lassen sich Steuern und Sozial­versicherungs­beiträge sparen. © mauritius images / Maskot

Ein Dienst­rad vom Arbeit­geber lohnt sich steuerlich. Mit unserem Dienst­rad-Steuer-Rechner ermitteln Sie schnell, wie sich das für Sie auszahlt.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Besonders beliebt sind Leasingmodelle

Das Fahr­rad ist das neue Status­symbol: Eltern kutschieren Kinder und Einkäufe in speziellen Lastenrädern, Renn­radler über­holen den alltäglichen Stau im Berufs­verkehr und Wochen­endfahrer legen mit energiege­ladenen Pedelecs auch weite Stre­cken ohne Mühe zurück. Hoch­wertige Räder haben ihren Preis.

Dienst­rad vom Chef

Güns­tiger fahren Arbeitnehmer, die ihr Rad nicht selbst kaufen, sondern es sich vom Chef stellen lassen. Besonders beliebt sind Leasingmodelle. Verzichten Arbeitnehmer dafür auf einen Teil ihres Gehalts, sparen sie Steuern und Sozial­abgaben.

Tipp: Sie sind auf ein Auto angewiesen? Wie Sie die private Nutzung eines Dienst­wagens am güns­tigsten versteuern, steht in unserem Dienstwagen-Special.

Fahr­rad statt Gehalt

Ziel der nächsten Gehalts­verhand­lung: ein Dienst­rad. Das kann der Chef seinen Mitarbeitern anstelle einer Gehalts­erhöhung spendieren. Oder Arbeitnehmer verzichten freiwil­lig auf einen Teil ihres bisherigen Lohns und lassen das Rad mit dem gesparten Geld vom Chef finanzieren.

Weniger Abgaben und Steuern

Bei beiden Gestaltungen fallen weniger Sozial­abgaben und Steuern an. In der Regel schafft die Firma das Rad nicht selbst an, sondern mietet es bei einem Leasinganbieter für 36 Monate. Dieser hilft meist bei der Auswahl oder vermittelt einen Händler, versichert das Rad gegen Diebstahl (Fahrradversicherung im Test) und über­nimmt die Wartung.

Steuerfrei radeln oder Gehalts­umwandlung

Dienst­rad - Mit dem Dienst­rad Steuern sparen
Steuerfrei. Radeln ist mit dem Dienst­rad als Gehalts­bonus ist bis 2030 steuerfrei. © Getty Images

Steuerfrei. Spendiert der Chef zusätzlich zusätzlich zum regulären Arbeits­lohn ein Fahr­rad oder ein E-Bike, das nicht als Kfz gilt, fahren Arbeitnehmer damit bis Ende 2030 steuerfrei. Lohn­steuerfrei ist auch das Aufladen im Betrieb.

Entgelt­umwandlung. Das Über­lassen eines E-Bikes per Entgelt­umwandlung ist zwar steuer­pflichtig, doch der geld­werte Vorteil ­beträgt seit Anfang 2020 ebenfalls nur noch 0,25 des Bruttolisten­preises (Gleichlautende Erlasse der obersten Finanzbehörden vom 9.1.2020, Über­lassung). Zudem kann der ­Arbeit­geber wählen, ob die Versteuerung über die Gehalts­abrechnung des Arbeitnehmers zum individuellen Steu­ersatz erfolgt oder zum Pauschal­satz von 25 Prozent plus Soli.

Der Dienst­rad-Steuer-Rechner schafft Klarheit

Sie interes­sieren sich für ein Dienst­rad, wissen aber nicht wie das steuerlich funk­tioniert? Unser Dienst­rad-Steuer­rechner klärt Sie schnell auf, welche Steuer­regeln jeweils gelten – je nachdem, ob der Chef das Fahr­rad zusätzlich spendiert oder Sie ein Teil von Ihrem Gehalt dafür aufwenden.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Zwei Varianten

Gehalts­umwandlung. Meist über­lässt der Arbeit­geber das (Elektro)Bike nur auf dem Wege der Gehalts­umwandlung und spendiert es nicht zusätzlich zum Arbeits­lohn, so dass der geld­werte Vorteil steuer­pflichtig ist – aber hier gibt es derzeit Steuerrabatt.

Dienst­rad-Leasing. Bei dieser beliebten Variante least der Arbeit­geber das Rad bei einer Leasingfirma und über­lässt es dem Arbeitnehmer zur Nutzung.

Geld­werten Vorteil ermitteln

Verzichten Arbeitnehmer für das Dienst­rad auf einen Teil ihres Gehalts, muss der Arbeitnehmer dafür den geld­werten Vorteil nur auf Basis von 0,25 Prozent des Bruttolisten­preises ermitteln (siehe Kasten). Wer sich noch aktiv an Leasingraten und anderen Fahr­radkosten beteiligt, senkt damit seinen steuer­pflichtigen Vorteil.

Beispiel – Steu­ersparmodell Dienst­rad

Hier zeigen wir, wie es sich für Sie rechnet, wenn Ihr Chef für Sie ein Elektrorad im Wert von 3 050 Euro least.

Steuer­vorteil.
Die Leasingrate in Höhe von monatlich 90 Euro geht von Ihrem Gehalt ab. Die private Nutzung des Rads müssen Sie versteuern. Dafür rundet der Chef zunächst den Bruttolisten­preis des Zweirads auf volle 100 Euro ab und nimmt davon ein Viertel. Vom Ergebnis setzt er 1 Prozent als geld­werten Vorteil an, also 7 Euro monatlich.

Ergebnis: Sie versteuern monatlich 83 Euro weniger als ohne Dienst­rad und sparen je nach Steu­ersatz Lohn­steuer und Soli. Wie viel das genau ist, ermitteln Sie mit unserem Steuer­rechner.

Weitere Steuerersparnis bringt die Pend­lerpauschale, die Sie mit 30 Cent pro Kilo­meter der einfachen Entfernung und Arbeits­tag ansetzen. Seit 2021 gibt es ab dem 21. Entfernungs­kilometer 35 Cent.

Günstig kaufen.
Am Ende der dreijäh­rigen Leasing­zeit kaufen Sie das Rad zum Beispiel für 300 Euro. Das Finanz­amt setzt als Rest­wert 40 Prozent des Neupreises an, also 1 200 Euro. Die Differenz von 900 Euro müssen Sie versteuern. Einige Leasinganbieter lassen mit sich reden und über­nehmen die Steuer.

Steuer­vorteil für E-Bikes, die als Kfz gelten

Bei Rädern mit Elektromotor unterscheidet das Steuerrecht übrigens zwischen Pedelecs, deren Motoren ab 25 Kilo­meter pro Stunde abschalten und E-Bikes, die ihre Fahrer auch bei schnel­leren Geschwindig­keiten unterstützen. Wer ein ab 2019 angeschafftes Elektrorad nutzt, das als Kraft­fahr­zeug gilt, muss dank einer Sonder­regelung seit 1. Januar 2020 monatlich statt 0,5 Prozent nur noch 0,25 Prozent des Bruttolisten­preises als geld­werten Vorteil – auch Nutzungs­wert genannt – versteuern.

Fahrten zwischen Wohnung und Büro

Allerdings müssen diese E-Biker zusätzlich auch Fahrten zwischen Wohnung und Büro als geld­werten Vorteil versteuern – jeden Monat mit 0,03 Prozent vom Listen­preis des Rads.

Für den Arbeitnehmer steuerfrei ist dagegen der Strom aus der Lade­station des Arbeit­gebers.

Wenig Aufwand beim Finanz­amt

In ihrer Steuererklärung tragen Arbeitnehmer wie gewohnt den Verdienst aus der Jahres­lohn­abrechnung ein. Der enthält bereits den geld­werten Vorteil für die Privatnut­zung. Auf der Ausgabenseite mindern sie ihre Einkünfte, indem sie Jobkosten wie die Pend­lerpauschale geltend machen: Für jeden Arbeits­tag setzen sie 30 Cent pro Kilo­meter der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und Arbeits­stätte an.

Dienst­rad nach Ablauf des Leasing­vertrags kaufen

Läuft der Leasing­vertrag aus, kann der Arbeit­geber ihn erneuern und seinem Mitarbeiter zu einem neuen Rad verhelfen. Manchmal wollen Arbeitnehmer aber ihr Dienst­rad am Ende der Leasing­zeit über­nehmen. Leasing­unternehmen berechnen dafür nach drei Jahren Nutzung üblicher­weise 10 Prozent des ursprüng­lichen Neupreises.

Arbeitnehmer muss Preis­vorteil versteuern

Die Finanz­verwaltung setzt den Rest­wert dagegen in der Regel mit 40 Prozent des Neupreises an. Der Arbeitnehmer erlangt durch das güns­tige Angebot des Leasing­gebers also einen Preis­vorteil, den er versteuern muss. Das kann den Kauf unattraktiv machen.

Leasinganbieter über­nimmt Steuern

Um Arbeitnehmern den Kauf schmack­haft zu machen, über­nehmen viele Leasing­geber die Steuer auf den Preis­vorteil für den Käufer. Die Finanzbehörden erlauben ihnen, dafür einen pauschalen Steu­ersatz von 30 Prozent anzu­wenden. Hinzu kommen Solidaritäts­zuschlag und Kirchen­steuer, Sozial­abgaben entfallen.

Stol­perfalle Kauf­option

Enthält bereits der Leasing­vertrag die Kauf­option für den Mitarbeiter, kann das Finanz­amt ihn als wirt­schaftlichen Leasingnehmer ansehen. Die Folge: Er hat gar kein Dienst­rad, Steuern und Sozial­abgaben müssten nachgezahlt werden. Arbeitnehmer sollten ihr Kauf­interesse daher erst zum Laufzeit­ende anmelden oder auf ein Angebot des Leasing­gebers warten.

Tipp: Auf welchem Elektrorad Sie gut und sicher ins Büro gelangen, erfahren Sie in unserem E-Bike-Test. Die besten herkömm­lichen Trekking­räder für Männer und Frauen zeigt unser Trekkingrad-Test.

Dieses Special wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 29. Juli 2021.

29.07.2021
  • Mehr zum Thema

    Steuererklärung 2020 Abrechnen in Corona-Zeiten – so gehts

    - Als Folge der Corona-Pandemie müssen Angestellte, Familien, Rentne­rinnen und Rentner beim Ausfüllen der Steuererklärung 2020 einige Besonderheiten beachten.

    Steuer­änderungen 2020 Steuer­vorteile in Häpp­chen

    - Für Arbeitnehmer ändert sich 2020 einiges. Vermieter, die Wohnungen bauen, können jetzt Kosten schneller abschreiben. Einiges, wie die höhere Abschreibung von...

    Steuercheck 2020 Die besten neuen Steuertipps

    - Steuern kann man vielfältig sparen – mit Jobti­cket, E-Auto vom Chef oder einer ökologischen Sanierung daheim. Die Regeln für die Steuererklärung 2020.