Die neuen Steuerregeln: Gut aufpassen

Sparen für eine Betriebsrente lohnt sich auch weiterhin für viele. Doch vor allem die Steuervorteile für die in vielen Firmen beliebte Direktversicherung ändern sich.

Die Regierung hat wirklich alles umgekrempelt – die gesetzliche, die private und auch die betriebliche Rente: Schließen Arbeitnehmer nach dem Jahreswechsel einen Vertrag ab, müssen sie die Rente oder Kapitalauszahlung später immer voll beim Finanzamt abrechnen. Das gilt für alle Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Im Gegenzug ist der als Beitrag gezahlte Lohn steuerfrei.

Durch die Reform ändern sich vor allem die Regeln für Direktversicherungen. Denn bisher kann der Chef den dort investierten Lohn pauschal mit 20 Prozent versteuern und die Kapitalauszahlung aus der Versicherung ist später steuerfrei. Von Renten müssen Arbeitnehmer nur einen kleinen Teil beim Fiskus abrechnen, der künftig noch niedriger als zurzeit ist (siehe Tabelle „Hoher Freibetrag für Privat- und Betriebsrenten“).

Die bisherige Regelung ist vor allem für gut verdienende Arbeitnehmer mit hohem Spitzensteuersatz günstig. Vereinbaren sie noch dieses Jahr eine Direktversicherung, können sie sich die alten Steuervorteile sichern.

Alle, die den Vertrag bereits vor 2005 haben, können beim Chef bis zum 30. Juni 2005 beantragen, dass er Lohn bis zu 1 752 Euro weiter pauschal versteuert einzahlt. Dann sind auch die späteren Renten nur teilweise steuerpflichtig und Kapitalauszahlungen sind steuerfrei.

Mehr steuerfrei

Alle Arbeitnehmer, die bisher weder in eine Direktversicherung noch in eine Pensionskasse pauschal versteuerten Lohn einzahlen, können künftig insgesamt sehr viel mehr Gehalt investieren – und zwar steuerfrei. Sie können über 4 200 Euro jährlich ohne Steuerabzüge für eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds ausgeben. Der zusätzliche Freibetrag beträgt 1 800 Euro und kann für alle Neuzusagen ab 2005 genutzt werden. Sozialabgaben sparen Arbeitnehmer aber für die 1 800 Euro nicht (siehe Tabelle „Neue Steuervorteile für betriebl. Altersvorsorge“). Außerdem sollten sie bedenken, dass die Leistungen dafür im Alter voll steuerpflichtig sind.

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