Die neuen Steuerregeln Meldung

Vom Auszubildenden bis zum Rentner - das Alterseinkünftegesetz trifft jeden. Allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Vor allem jüngere Generationen sollten stärker über eine zusätzliche private Absicherung für das Alter nachdenken. Grund: Sie müssen ihre gesetzliche Rente später voll versteuern. Um diese Rentenlücke zu schließen, gibts viele Möglichkeiten: Fonds, Versicherungen oder betriebliche Altersvorsorge. Doch auch hier greifen viele Steueränderungen. Finanztest zeigt anhand von vier Beispielen die Auswirkungen des Gesetzes und sagt, wie Betroffene ihre Altersvorsorge optimieren können.

Steuerpflichtige Rente

Durch das Alterseinkünftegesetz steigen die Belastungen für Neurentner von Jahr zu Jahr an. Los gehts in 2005. Im Jahr 2040 ist dann die gesamte Rente steuerpflichtig. Auch für Pensionen vom Staat und der Firma wird der Freibetrag in den nächsten Jahren immer geringer. Ab 2040 beträgt er dann nur noch 102 Euro. Auf der anderen Seite wachsen die Vorteile für Arbeitnehmer: Im Jahr 2040 sind die Beiträge zur Altersvorsorge zum großen Teil steuerfrei.

Entwarnung für Rentner

Ab kommendem Jahr ist die Hälfte der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Von diesem steuerpflichtigen Teil zieht das Finanzamt allerdings noch Posten wie Kranken- und Pflegeversicherung ab. Wer heute schon Rentner ist, kann daher ab 2005 etwa 19 000 / 38 000 Euro (Alleinstehend / Ehepaare) Rente steuerfrei kassieren. Einkünfte aus Mieten, Zinsen und Dividenden können heutige Rentner bis zu einem Freibetrag von 1908 Euro im Jahr steuerfrei kassieren. Allerdings sinkt dieser Freibetrag bis zum Jahr 2040 auf null.

Höhere Beiträge absetzen

Wer dagegen erst später in Rente geht, erhält weniger steuerfrei ausgezahlt. Je jünger Arbeitnehmer sind, desto mehr müssen sie künftig von ihren Alterseinkünften beim Finanzamt abrechnen. Die Generation der unter 30-jährigen erhält von der Rente gar nichts mehr steuerfrei. Im Gegenzug können Arbeitnehmer aber höhere Versicherungsbeträge absetzen. Sie erhalten bei der Gehaltsabrechnung eine höhere Pauschale. Diese steigt in den kommenden Jahren kontinuierlich, da das Finanzamt immer mehr Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben anerkennt.

Steuerfreie Auszahlung

Arbeitnehmer können die Rentenlücke durch eine Vielzahl von Geldanlagen oder Versicherungen schließen. Aber auch hier müssen sie neue Steuerregelungen beachten:

  • Aktienfonds. Kursgewinne sind steuerfrei, wenn sie mindestens ein Jahr im Depot bleiben. Dividenden sind zur Hälfte steuerpflichtig.
  • Riester-Versicherung. Die später gezahlten Renten und Kapitalsummen sind voll steuerpflichtig.
  • Kapitallebens-Versicherung. Das Kapital wird im Alter steuerfrei ausgezahlt - allerdings nur dann, wenn Versicherte noch bis zum Ende des Jahres einen Vertrag abschließen. Bei Verträgen ab 2005 sind Zinsen und Überschüsse, die mit dem Kapital ausgezahlt werden, voll steuerpflichtig. Ausnahme: Läuft die Versicherung mindestens zwölf Jahre und erhält der Versicherte das Kapital frühestens mit 60 Jahren, ist nur die Hälfte des Kapitals steuerpflichtig, das nach Abzug der bis dahin gezahlten Beiträge übrig bleibt.
  • Risikolebens-Versicherung. Die Summe, die im Todesfall an die Hinterbliebenen geht, ist komplett steuerfrei.
  • Klassische Rentenversicherung. Von der Rente ist nur ein Bruchteil steuerpflichtig. Dieser ist abhängig vom Alter bei Rentenbeginn.
  • Klassische Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht. Nur wer noch in diesem Jahr einen Vertrag unterschreibt, erhält später die Kapitalauszahlungen steuerfrei. Bei Verträgen ab 2005 sind Überschüsse und Zinsen im später ausgezahlten Kapital voll steuerpflichtig.
  • Betriebliche Altersvorsorge. Bei Direktversicherungs-Verträgen ab 2005 sind Rente oder Kapitalauszahlungen voll steuerpflichtig. Wer vorher einen Vertrag unterschreibt, erhält noch die alten Steuervorteile.

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