Checkliste: Den Nachlass regeln

  • Frühzeitig kümmern. Machen Sie ein Testament. Nur mit einer eindeutigen Regelung können Sie sicherstellen, dass Ihr Nachlass tatsächlich so verteilt wird, wie Sie es wollen. Außerdem helfen Sie, Streitereien in der Familie zu vermeiden. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge.
  • Varianten. Ihren Nachlass können Sie per Testament oder per Erbvertrag regeln. Mit dem Testament bleiben Sie flexibler, denn Sie können es jederzeit wieder ändern. Ein Erbvertrag ist bindend.
  • Form. Ein privatschriftliches Testament müssen Sie von der ersten bis zur letzten Zeile handschriftlich anfertigen. Es reicht nicht, wenn Sie es am Computer tippen und am Ende nur unterschreiben. Möglich ist auch, das Testament mithilfe eines Notars erstellen zu lassen.
  • Klarheit. Formulieren Sie deutlich und nennen Sie genau die Personen mit Namen und die zu verteilenden Vermögenswerte.
  • Testament hinterlegen. Ein notarielles Testament wird beim Amtsgericht hinterlegt. Das ist auch für ein privatschriftliches Testament möglich, aber keine Pflicht. Wenn Sie es nicht hinterlegen, sollten Sie es einer vertrauenswürdigen Person zum Aufbewahren geben. Falls Sie das Papier in ein Bankschließfach legen, stellen Sie sicher, dass jemand eine Vollmacht hat, um es im Todesfall öffnen zu können.
  • Erbengemeinschaft. Nutzen Sie die Chance, mithilfe eines Testaments Erbengemeinschaften zu vermeiden. Sonst riskieren Sie Streit, wenn alle Erben viele Fragen nur gemeinsam entscheiden können. Umgehen können Sie das zum Beispiel mit einer Teilungsanordnung im Testament. Dann legen Sie genau fest, wer etwa das Haus und wer Geld erbt.
  • Pflichtteil. Beachten Sie beim Erstellen des Testaments, dass Ihrem Ehepartner und den Kindern immer ein Pflichtteil zusteht, auch wenn Sie sie nicht im Testament bedenken. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des Wertes von dem, was der Erbe nach gesetzlicher Erbfolge – also ohne Testament – erhalten hätte. Muss der Teil ausgezahlt werden, bleibt den übrigen Erben womöglich doch nur der ungewollte Verkauf einer Immobilie.
  • Fachliche Unterstützung. Diese wenigen Punkte zeigen erste Fallen, die es beim Regeln des Nachlasses zu beachten gilt. Holen Sie sich deshalb auf jeden Fall fachlichen Rat – entweder von einem Fachanwalt für Erbrecht, von einem Notar oder auch von Ihrem Steuerberater.

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