Rasenmäher Test

Billige Benziner mähen nicht gut, sind nicht gerade bequem zu hand­haben und oft zu laut. Vier schneiden mangelhaft ab. Gute gibt es ab 500 Euro.

Wenn sich der Nach­bar seiner Wiese widmet, ist manch anderer um den Schlaf gebracht. Oft fängt der Krach genau dann an, wenn man gerade einge­schlummert ist. Rasenmäherlärm gehört zu den Klassikern beim Streit am Gartenzaun. Nicht ohne Grund: Vor allem Benzinmäher sind richtig laut. In unserem Test von 13 Benzinern halten 4 Geräte sogar den Lärm­grenz­wert nicht ein.

Lärm macht auf Dauer krank

Rasenmäher Test

Lärm­messung. Mikrofone nehmen das Geräusch eines Mähers auf, aus dem der Schall­leistungs­pegel ermittelt wird.

Die Krachmacher sind von Al-Ko, Hellweg/Plantiflor und Einhell sowie von Wolf-Garten der Select 4600 A. Lärm nervt nicht nur, Lärm kann krank machen. Wir haben die vier daher mit mangelhaft bewertet. Zu den Top-Geräten gehören sie ohnehin nicht. Sie mähen nicht gut, lassen sich nicht gut hand­haben und meist auch nur schwer reinigen und warten.

Mit Ausnahme des Al-Ko handelt es sich um Billigmodelle, die weniger als 300 Euro kosten. Ein guter Benzinmäher wie der Gardena ist erst ab 500 Euro zu bekommen. Noch etwas besser schneiden Honda, Sabo und dessen Baugleichheit John Deere ab. Sie kosten aber auch mehr als 1 000 Euro. Beim Mähen zeigen alle vier ähnlich gute Ergeb­nisse. Die teureren Geräte lassen sich aber besser einstellen, bedienen und fahren. Außerdem ist ihr Fang­behälter besser konstruiert.

100 Quadrat­meter in sechs Minuten

Benzinmäher sind etwas für größere Gärten ab 500 Quadrat­meter Rasenfläche. Auf kleinerem Grün tut es auch ein leiserer Elektromäher. Auf großen Flächen ist der Benziner im Vorteil, weil er ohne Kabel auskommt (siehe „Benziner oder Elektromäher?“). Die Mäher im Test weisen Schnitt­breiten zwischen 46 und 48 Zenti­metern aus. Damit lassen sich ordentliche Flächen in angemessener Zeit­bearbeiten: Etwa vier bis sechs Minuten reine Mähzeit brauchten unsere Prüfer für 100 Quadrat­meter trockene Rasenfläche.

Alle Mäher verfügen über einen Radan­trieb. Das ist bei der Größe und Schwere der Geräte auch sinn­voll. Bei vielen Modellen lässt sich die Geschwindig­keit per Gang­schaltung oder stufenlos über einen Hebel dosieren. Vorteil: Wenn das Gras nach dem Urlaub hoch ist, kann der Gärtner den Mäher lang­samer fahren. Billigere Modelle haben oft nur eine Geschwindig­keit. Für hohes und feuchtes Gras ist diese oft zu schnell – das Schnitt­bild wird unsauber, oder die Motoren gehen sogar aus.

Viele Mäher treibt ein Marken­motor aus dem Hause Briggs & Stratton an, Honda und McCulloch arbeiten mit Honda-Motoren. Drei der vier mangelhaften Mäher haben dagegen No-Name-Motoren. Ein kräftiger Motor ist wichtig für ein gutes Mähergebnis. Hubraum und Leistung geben einen Hinweis auf die Motor­kraft.

Teure Mäher bieten mehr Komfort

Das allein macht aber noch keinen guten Rasenmäher. Entscheidend ist auch, ob das Messer richtig gestaltet ist, um gut zu schneiden. Und ob Gehäuse und Fangbehälter so konstruiert sind, dass der erzeugte Luft­strom den Gras­schnitt voll­ständig nach hinten in den Korb befördert.

In puncto Hand­habung bieten vor allem die teuren Geräte ab 1 000 Euro – Sabo, John Deere, Honda und Viking – guten Komfort. Sie lassen sich als einzige gut einstellen und bedienen, sind schön ruhig zu fahren, der Fang­korb lässt sich gut anbringen und entleeren. Ebenfalls komfortabel: eine zentrale Verstell­barkeit der Schnitt­höhe. Die meisten Mäher im Test bieten diese. Nur McCulloch und Wolf-Garten Select zwingen den Gärtner mehr­fach in die Knie: Bei ihnen muss er die Schnitt­höhe umständlich an einzelnen Rädern einstellen.

Praktische Füll­stand­anzeige am Korb

Wer viel zu mähen hat, sollte auf einen größeren Korb Wert legen, damit er die Arbeit nicht so oft zum Ausleeren unter­brechen muss. Praktisch ist eine Füll­stands­anzeige am Fang­behälter, die anzeigt, wenn der Korb voll ist. Ein Seiten­auswurf ist hilf­reich, wenn hohes Gras ohne Fang­korb gemäht werden soll.

Mehrere Mäher haben Sicher­heits­mängel – nichts Schlimmes, aber vermeid­bar. Meist geht es um heiße berühr­bare Stellen am Auspuff. Vor allem bei Viking und Wolf-Garten BluePower besteht die Gefahr, sich am Auspuff zu verbrennen. Beim Viking schmälert das den ansonsten guten Gesamt­eindruck. Bei Al-Ko und Hellweg/Plantiflor läuft relativ viel Benzin aus, wenn das Gerät zum Säubern auf der Seite liegt.

Erfreulich: Alle Mäher sind robust. Kaum Verschleiß in der Funk­tions­prüfung, Fahr­antrieb und Schalt­mechanik halten einiges aus, auch auf der Rüttel­strecke. Gut gepflegt hält so ein Mäher schon mal zehn Jahre. Viel Zeit also, um sich mit den Nach­barn am Gartenzaun zu streiten. Sprechen Sie daher besser Ruhe­zeiten ab. Man muss nicht unbe­dingt in der Mittags­zeit mähen, nur weil der Gesetz­geber das erlaubt.

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