Immer mehr Internetangebote, häufig Erotikseiten, aber auch Verlage mit Kleinanzeigen fordern auf ihren Internetsites dazu auf, kleine Wählprogramme herunterzuladen. Angeblich seien mit ihnen bestimmte Angebote schneller und besser zu laden. Doch das Benutzen dieser Dialer-Programme führt in manchen Fällen zu Telefonkosten von über tausend Mark pro Monat. Nach dem Start der heruntergeladenen Software trennt das Programm ­ oft unbemerkt vom Nutzer ­ die bestehende kostengünstige Internetverbindung und baut eine wesentlich teurere Telefonverbindung über eine 0190er-Nummer auf. Statt weniger Pfennige zahlt der Anwender nun beispielsweise 3,63 Mark pro Minute, zuzüglich 4,99 Mark pro Minute, falls es sich um eine Auslandsverbindung handelt. Die fälligen Beträge werden jeweils mit der monatlichen Telefonrechnung abgebucht.

Oft bleibt die teure Verbindung bestehen, auch wenn die betreffende Internetseite längst verlassen wurde. In einigen Fällen überschreibt das Wählprogramm die Einwahlnummer komplett: Danach laufen auch alle zukünftigen Internetsitzungen unbemerkt über die teure neue Telefonnummer! Einige Dialer-Programme nisten sich so tief im Rechner ein, dass sie auch von Spezialisten nur mit großer Mühe zu entfernen sind.

Viele Wählprogramme verstoßen gegen die Preisangabenverordnung, weil sie den Nutzer nicht über die entstehenden Kosten informieren.

Anlaufstelle für Beschwerden sind die Verbraucherzentralen oder die Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste: www.fst-ev.org

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