Diabetesbehandlung Meldung

Diabetes: Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

Kurzwirksame Insulin­analoga zur Behandlung von Typ-2-Diabetes dürfen nicht teurer sein als herkömmliches Humaninsulin.

Kurzwirksame Insulinanaloga zur Behandlung von Diabetes-Typ-2 werden von Kassen künftig nur noch bezahlt, wenn sie nicht teurer sind als herkömmliche Humaninsuline, entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

Bis zu 40 Prozent teurer. Insulinanaloga sind künstlich abgewandelte Humaninsuline. Laut Hersteller soll ihre Wirkung rascher einsetzen, Patienten den üblichen „Spritz-Ess-Abstand“ ersparen. Für den G-BA ist Humaninsulin aber „ebenso zweckmäßig und derzeit wesentlich kostengünstiger“. Die bis zu 40 Prozent teureren Analog-Insuline sollen nur noch in Ausnahmen erstattet werden, etwa wenn ein Patient allergisch auf Humaninsulin reagiert, sein Stoffwechsel trotz intensiver Humaninsulintherapie nicht stabil bleibt oder eine Therapie mit Insu­lin­analoga wegen hoher Human­insu­lin­dosen wirtschaftlicher ist.

Gutachten des Iqwig. Mit dem Beschluss setzt der G-BA erstmals ein Gutachten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Iqwig) um. Das Iqwig kommt zu dem Ergebnis, dass für kurzwirksame Insulinanaloga bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes „ein Zusatznutzen gegenüber Humaninsulin nicht belegt ist“. Auch sei eine möglicherweise krebsfördernde Wirkung der Mittel bei der Langzeitbehandlung nicht auszuschließen. Ärzte, Pharmaunternehmen und Patientenverbände kritisieren den Beschluss. „Die Lebensqualität der Patienten bleibt unberücksichtigt“, so der Deutsche Diabetiker Bund. Das Iqwig hat den Auftrag, den G-BA zu Kosten und Nutzen von medizinischen Leistungen zu beraten. Der G-BA legt fest, welche Leistungen für die Kassen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind (Test Insulinpens).

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