Dextro Energy Keine Werbung mit Gesund­heits­effekten

08.06.2017
Dextro Energy - Keine Werbung mit Gesund­heits­effekten
© Stiftung Warentest

Dextro Energy darf ihre trau­benzuckerreichen Plätt­chen, Drops und Pulver weiterhin nicht mit gesund­heits­bezogenen Angaben bewerben. Das hat der Gerichts­hof der Europäischen Union bestätigt. Damit wurde der Einspruch des Unter­nehmens gegen ein erst­instanzliches Urteil zurück­gewiesen. Dextro Energy wollte seine Produkte mit Effekten auf den Energiestoff­wechsel vermarkten. Zwar hatte die europäische Behörde diese geplante Aussage wissenschaftlich bestätigt. Doch sowohl die Europäische Kommis­sion als auch die Richter sagten „nein“: Sie wollen Lebens­mitteln, die über­wiegend aus Zucker bestehen, kein positives Image verleihen.

Dextro Energy ist mit seinen Anträgen gescheitert

In einem Päck­chen Dextro Energy classic stapeln sich acht Täfelchen à knapp 6 Gramm. Jedes besteht aus 89 Prozent Trau­benzucker – fach­sprach­lich Glukose genannt – und enthält etwa 22 Kilokalorien. Glukose gehört zu den Einfach­zuckern, geht schneller ins Blut als etwa Zweifach­zucker wie Haus­halts­zucker und hat fast so viele Kalorien wie jede andere Zuckers­orte (mehr dazu Alternativen zu Zucker). Der Anbieter Dextro Energy aus dem nord­rhein-west­fälischen Meerbusch bemüht sich seit 2011 seine auch interna­tional gehandelten Produkte mit gesund­heits­bezogenen Angaben bewerben zu können. Dazu hat er verschiedene Vorschläge bei der EU einge­reicht, darunter die Aussagen „Glucose wird im Rahmen des normalen Energiestoff­wechsels verstoff­wechselt“ und „Glucose unterstützt die normale körperliche Betätigung“. Solche gesund­heits­bezogenen Angaben, sogenannte Health-Claims, muss die Europäische Behörde für Lebens­mittel (Efsa) wissenschaftlich prüfen und die Europäische Kommis­sion dann absegnen.

Deutsch­land: Weniger Zucker wäre gesünder

2012 gab die Efsa eine Einschät­zung zu den beantragten Health Claims ab. Sie bestätigte, dass die glukosereichen Produkte tatsäch­lich einen Beitrag zum Energiestoff­wechsel leisten. Doch Vertreter von EU-Mitglieds­ländern sprachen sich dagegen aus, daraus Health Claims abzu­leiten und zuzu­lassen. Sie verwiesen auf verschiedene zuckerkritische Stellung­nahmen. So prangert etwa die Welt­gesund­heits­organisation Zucker seit langem als Ursache chro­nischer Krankheiten an und fordert Kinder und Erwachsene auf, weniger davon zu konsumieren. Auch die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) hat fest­gestellt, dass die Bundes­bürger zu viele Kohlenhydrate vor allem aus Süßig­keiten und gesüßten Getränken aufnehmen statt aus Voll­korn­produkten. Das Urteil des EuGH vom 16. März 2016, das nun bestätigt wurde, weist auch darauf hin, dass nach der Health-Claim-Verordnung von 2006 keine gesund­heits­bezogenen Angaben gemacht werden sollen, die den allgemein anerkannten Ernährungs- und Gesund­heits­grund­sätzen zuwider­laufen.

Tipp: Mehr über Health-Claims lesen Sie auf test.de im Beitrag Das Ende der Werbelügen. Im Special Zucker in Lebensmitteln erfahren Sie wie viel Zucker wo drin ist – und wie Sie das heraus­finden.

Keine einseitige Beschreibung positiver Effekte

2015 entschied die Europäische Kommis­sion im Falle Dextro Energy, keinen der beantragten Health-Claims in die offizielle Health-Claim-Liste aufzunehmen. Dagegen reichte der Anbieter Klage ein. Die hatte das Gericht der Europäischen Union am 16. März 2016 abge­wiesen. Im Urteil hieß es, dass die beantragten gesund­heits­bezogenen Angaben den Verbrauchern ein „wider­sprüchliches und verwirrendes Signal“ senden und zum Verzehr von Zucker aufrufen würden. Nationale und interna­tionale Behörden rieten zudem, weniger Zucker zu essen. Hinzu komme, dass die beantragten Health Claims einseitig positive Effekte beschrieben, ohne die „mit einem über­mäßigem Zucker­verzehr einhergehenden Gefahren“ zu erwähnen.

Diese Meldung ist am 19.03.2016 erschienen und wurde seitdem mehr­mals aktualisiert, zuletzt am 08.06.2017.

08.06.2017
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