Deutscher Vermögensfonds I Meldung

Rupert Scholz soll Schadenersatz an geschädigte Anleger zahlen.

Ex-Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz muss für Fehler im Prospekt des MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds I haften. Das hat das Landgericht Mosbach entschieden. Das Gericht verurteilte Scholz, den Fondsinitiator und früheren Berliner Schulsenator Walter Rasch und einen weiteren Verantwortlichen zu rund 35 000 Euro Schadenersatz für zwei Anleger (Az. 1 O 135/06).

Wie berichtet, warb der Fondsprospekt mit Fotos und Sprüchen von Scholz, Rasch und drei ehemaligen Staatssekretären für die riskante Anlage. „Geld in die Hände anderer Menschen zu geben, ist eine Sache des Vertrauens“, hieß es im Prospekt (siehe Finanztest 11/2004: Beteiligungsfonds).

Weil Scholz seine herausgehobene berufliche Stellung zur Anlegerwerbung genutzt habe, hafte er als Garant und beruflicher Sachkenner für die Prospektangaben, erklärten die Richter.

Scholz habe durch seine Aussagen als Vorsitzender des Beirats der Deutschen Anlagen AG, die den Deutschen Vermögensfonds unterstützte, den Eindruck erweckt, dass er sich von der Qualität des Anlagemodells überzeugt habe, sagte Rechtsanwalt André Tittel. Die Kanzlei Kälberer & Tittel vertritt über 150 Geschädigte.

Scholz hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Als Beiratsmitglied trage er keine Verantwortung für den Fondsprospekt, sagte Scholz.

Der Fonds, in den etwa 7 000 Anleger rund 42 Millionen Euro investierten, ging 2005 pleite.

  • Finanztest hatte den Fonds 2004 auf die Warnliste gesetzt.

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