Deutscher Vermögensfonds I Meldung

Walter Rasch, Mitinitiator des Fonds

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den MSF Master Star Fund Deutscher Vermögensfonds I in Braunschweig geschlossen und die sofortige Abwicklung angeordnet. Der Fonds war von Politikern wie dem Ex-Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz, dem früheren ­Berliner Senator Walter Rasch und den drei ehemaligen Staatssekretären Helmut Holl, Wighard Härdtl und Andreas Butz als „ergänzende Altersvorsorge“ empfohlen worden. Doch die Behörde bemängelt, dass er unerlaubte Bankgeschäfte betreibt.

Ein Großteil des bislang eingezahlten Anlegergeldes in Höhe von 40 Millionen Euro ist bereits für Anfangskosten ausgegeben. So floss viel Geld in Vermittlungsprovisionen sowie den Aufbau des neuen Finanzvertriebs „Invictum“. Auf dem Fondskonto befanden sich Ende Mai noch 7 Millionen Euro. „Im schlimmsten Fall werden Anleger von ihren Einzahlungen gar nichts wiedersehen“, teilte der ehemalige Berliner Schulsenator und Fondsgeschäftsführer Walter Rasch mit.

Schuld an der Misere seien jedoch nicht die Fondsinitiatoren, sondern die Aufsichtsbehörde, meint Rasch. Die Bafin habe die Aktivitäten des Fonds über acht Monate geduldet, um ihn dann erst zu schließen. Damit habe sie „Kapitalvernichtung“ betrieben, sagte Rasch.

Er bestreitet, dass der Fonds, der in Wertpapiere, alternative Investments, Immobilien und in nicht börsennotierte Unternehmen investieren wollte, unerlaubte Bankgeschäfte betrieben hat. Deshalb habe man rechtliche Schritte gegen die Verfügung eingeleitet.

Bei der Bafin weist man die Kritik von Rasch zurück. Die Verantwortlichen hätten trotz großzügig gesetzter Fristen kein tragfähiges Konzept vorgelegt, um die Interessen der Anleger zu schützen, heißt es.

Finanztest hat bereits 2004 vor dem Fonds gewarnt. Es handelt sich um ein Zockerangebot, das zur Altersvorsorge ungeeignet ist (siehe Beteiligungsfonds: Eine Sache des Vertrauens).

Mit der Abwicklung des Fonds ist der Hamburger Anwalt Georg Henningsmeier beauftragt worden. Ratenanleger sollten auf keinen Fall weitere Zahlungen leisten.

  • Der Deutsche Vermögensfonds I steht auf der Warnliste.

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