Die Deutsche Verfügungszentrale AG (DVZ) hat eine Datenbank eingerichtet, in der jeder gegen Gebühr Patienten- und Organspendeverfügungen hinterlegen kann. Doch bisher ist fraglich, ob Ärzte dort überhaupt hineinschauen werden und das Register die Nutzungsgebühren wert ist. Die Hinterlegung von zwei Verfügungen für zehn Jahre kostet zum Beispiel 135 Euro.

Ärzte müssen den Patientenwillen ergründen, wenn es etwa um lebensverlängernde Maßnahmen bei Koma-Patienten geht. Hier helfen Verfügungen. Doch das heißt noch nicht, dass sie das Register der DVZ nutzen. Die DVZ ist bei Kliniken nicht beliebt.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat ihren über 2 000 Einrichtungen mitgeteilt, dass es keine Pflicht zur Recherche im Register gebe, und Vertreter einzelner Kliniken wie der Medizinischen Hochschule Hannover sagen klipp und klar: „Wir schauen da nicht rein!“

Die DVZ hatte den Kliniken Register-Zugangsdaten geschickt und behauptet, die Nutzung sei nun ärztliche Pflicht. Als Beleg diente ein Rechtsgutachten der Anwältin Katja Noltemeier. Dass die Gutachterin in der Anwaltskanzlei von DVZ-Vorstand Heinrich Meyer-Götz arbeitet, verschwieg die DVZ.

Über den Widerstand der Ärzte informiert die DVZ nicht. Sie lässt Kunden glauben, ihre Verfügung werde in jedem Fall von Ärzten abgerufen.

Tipp: Lassen Sie sich von Registerbetreibern belegen, dass deren Datenbank anerkannt ist. Der DVZ-Werbespruch stimmt: „Das beste Dokument ist sein Papier nicht wert, wenn es nicht gefunden wird.“

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