Deutsche Telekom Meldung

Die Telekom darf keine irreführenden Auftragsbestätigungen oder Begrüßungsschreiben verschicken, ohne dass der Telefonkunde zuvor einen Auftrag erteilt hat. Das haben Gerichte in zwei Fällen entschieden. Die Richter erkannten in den ungebetenen Zuschriften „unzumutbare Belästigungen“. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vbzv).

Nerviger Werbeanruf und irreführender Brief

An Frechheit ist die Telekom-Kundenwerbung schwerlich zu überbieten. Im Juli 2011 ruft ein Call-Center im Auftrag der Telekom bei einem Telefonkunden an, der keinen Vertrag beim Bonner Telefonriesen hat. Nach dem Telefonat verschickt die Telekom ein „Begrüßungsschreiben“ mit der Betreffzeile „Ihr Wechsel zur Telekom“. Der Kunde hatte aber dem Call-Center-Mitarbeiter nur gebeten, ihm ein schriftliches Angebot zuzusenden. In einem Schreiben an die Telekom bestreitet der Kunde, einen Auftrag erteilt zu haben. Die Telekom sagt, der Brief sei gar nicht angekommen. Das Landgericht Bonn verurteilte die Telekom auf Unterlassung dieser Geschäftspraktiken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Landgericht Bonn, Urteil vom 29. Mai 2012
Aktenzeichen: 11 O 7/12 (noch nicht rechtskräftig)

Unerwünschte Werbeanrufe sind unzulässig

Ob es sich bei den Call-Center-Anrufen der Telekom um unerlaubte Werbeanrufe handelt, hat das Gericht nicht entschieden. Der vzbv hatte das auch nicht zum Gegenstand der Klage gemacht. Grundsätzlich sind unerwünschte Werbeanrufe (Cold Calling) seit 2009 ausdrücklich laut Gesetz verboten, siehe unerwünschte Werbeanrufe.

Kunde fragte nach Rechnung und bekommt Auftragsbestätigung

Im zweiten Fall erwischt es einen Telekom-Kunden. Er will eine Frage zu seiner Rechnung im Telekom-Shop beantwortet haben. Die Telekom-Mitarbeiter befragen ihn zu seinen Vorlieben in den Bereichen Musik, Fußball und Film. Nach etwa zwei Wochen erhält er eine „Auftragsbestätigung zu Ihrem Auftrag“ über das Tarifpaket „Entertainment Comfort“. Den Auftrag hatte der Kunde nie erteilt. Bereits die Richter der Vorinstanz am Landgericht Bonn hatten geurteilt, dass ein Versenden von Auftragsbestätigungen ohne Auftrag eine bewusste Pflichtverletzung der Telekom darstellt und somit wettbewerbswidrig sei.

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 16. Mai 2012
Aktenzeichen: 6 U 199/11

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