Anleger, die bei der inzwischen aufgelösten Deutschen Mentor für Finanzen e. K. (= eingetragener Kaufmann) mit Sitz in Frankfurt am Main Genussscheine gekauft haben, bekommen ihr Geld vermutlich nicht zurück. Ein letzter von Firmenvorstand Serkan Izmirlioglu angekündigter Rückzahlungstermin verstrich Ende November.

Mit dem Kauf von Genussscheinen erwerben Anleger Vermögensrechte am Ergebnis des Unternehmens. Die Firma machte mit dem so eingenommenen Geld Finanzgeschäfte. Chef der Firma ist der Einzelkaufmann Serkan Izmirlioglu, der außerdem der Deutschen Mentor AG in Frankfurt am Main vorsteht. Gegenüber Finanztest bestritt er, irgendwelche Probleme finanzieller Art zu haben. Alle seine Geschäfte seien seriös und seine Firma sei im Markt hoch angesehen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn sieht das jedoch anders. Sie schickte Izmirlioglu jetzt eine Verfügung, die die Rückabwicklung aller Geschäfte der Deutschen Mentor für Finanzen e. K. anordnet. Izmirlioglu habe für die Verwendung des Geldes aus dem Genusskapital nicht die erforderliche Erlaubnis der Behörde. Er muss nun die mit dem Kundengeld angeschafften Wertpapiere unverzüglich veräußern und die Erlöse daraus an die Kunden zurückzahlen.

Es ist jedoch zweifelhaft, dass er dazu in der Lage ist. Zuletzt platzte die Rückgabe von einer Million Euro, für die ein Anlagevermittler im Kundenauftrag Genussrechte bei der Deutschen Mentor für Finanzen e. K. kaufte.

Finanztest rät Anlegern, auf den von Izmirlioglu angebotenen Tausch ihres Genusskapitals in so genannte Inhaberbonuszertifikate der Deutschen Mentor (Schweiz) AG nicht einzugehen. Die Firma wurde von Izmirlioglu „wegen der Steuern“ erst Ende Oktober gegründet. Izmirlioglu hat Widerspruch gegen die Verfügung des BaFin angekündigt.

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