Deutsche Börse Meldung

Noch ist es nicht endgültig beschlossene Sache. Aber wenn es nach dem Willen der Deutschen Börse AG, der Trägergesellschaft der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), geht, werden der Neue Markt und andere Börsensegmente wie beispielsweise der Smax spätestens Ende 2003 ihre Pforten schließen. Auch eine Reihe bekannter Indizes wie der MDax und SDax, die die Kursentwicklung mittlerer und kleiner Unternehmen verfolgen, stehen dann vor dem Aus.

Nach den Plänen der Börsenverwaltung sollen die an der FWB notierten Unternehmen ab Anfang kommenden Jahres in eines von nur noch zwei Handelssegmenten wechseln: ein Standardsegment, in dem die Emittenten lediglich die gesetzlich geforderten Standards – etwa bei der Veröffentlichung von Jahres- und Zwischenberichten – erfüllen müssen, und ein Premiumsegment, in dem besonders hohe Anforderungen gelten.

Diese Reform soll einen Schlussstrich unter die Vertrauenskrise ziehen. Nachdem der Neue Markt, der jungen Unternehmen aus Technologiebranchen den Weg an den Kapitalmarkt ebnen wollte, 1997 einen Traumstart hinlegte, machten Pleiten, Bilanzskandale und Betrugsaffären aus ihm ein Auslaufmodell. Von seinem Höchststand bei rund 8 560 Punkten im März 2000 stürzte der marktumfassende Nemax-all-Share-Index per 10. Oktober auf rund 370 Punkte ab.

Tipp: Risikobereite Anleger, die jetzt mit dem (Wieder-)Einstieg liebäugeln, sollten darauf achten, in welches der neuen Segmente ihre Gesellschaft umzuziehen plant. Experten erwarten, dass sich nur die Kurse der Kandidaten im Premiumsegment erholen, wenn sich die Weltbörsen wieder erholen. Vorsicht ist dagegen bei Unternehmen geboten, denen das Standardsegment reicht oder die sogar in den Freiverkehr wechseln, in dem so gut wie keine besonderen Informationspflichten gelten. Wer noch Anteile an diesen Unternehmen in seinem Depot hat, muss dann aber auch nicht mehr zittern als jetzt. Meist ist der Kurs dieser Gesellschaften bereits so stark gefallen, dass ein Verkauf kaum noch lohnt.

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