Die Deutsche Bahn will ihr umstrittenes Preissystem ändern. Sie reagiert damit auf Kritik von Verbraucherverbänden und Kunden. In den ersten Monaten des Jahres ist der Umsatz im Personenfernverkehr um fast 15 Prozent gesunken. Die Bahn hat 200 Millionen Euro weniger eingenommen als geplant. Nun sollen neue Preise helfen.

Umtauschgebühr gesenkt

Erste Sofortmaßnahme: Die Bahn senkt die Umtauschgebühr für nicht genutzte Plan&Spar-Tickets auf 15 Euro. Der Preis gilt ab Mittwoch, 21. Mai. Bisher kostet der Umtausch der Plan&Spar-Tickets bis zu 45 Euro. Mit einem Plan&Spar-Ticket bekommen Reisende bis zu 40 Prozent Rabatt auf den Normalpreis. Die Tickets müssen allerdings bis zu einer Woche vor Abreise gekauft werden. Sie gelten nur für den gebuchten Zug. Außerdem gibt es Auflagen: Der maximale Plan&Spar-Rabatt von 40 Prozent gilt nur für Hin- und Rückfahrten, zwischen denen ein Wochenende liegt. Die Bahn will diese Regelungen nun überprüfen. In Zukunft könnten einige Auflagen entfallen.

Bahncard Gold

Ebenfalls im Gespräch ist eine Bahncard Gold. Das Premiumangebot könnte 50 Prozent Rabatt auf alle Tickets bringen. Die derzeitige Bahncard beschert dem Kunden nur 25 Prozent Rabatt. 50 Prozent Ermäßigung gibt es nur mit der alten - im Jahr 2002 gekauften - Bahncard. Die alte Bahncard kann aber nicht mit Plan&Spar- und Mitfahrer-Rabatten kombiniert werden. Mit der neuen Gold-Karte soll das möglich sein.

Für Alleinreisende teuer

Die Stiftung Warentest hat das neue Preissytem der Bahn bereits im Dezember 2002 untersucht. Hauptkritikpunkt: Alleinreisende Erwachsene und Familien mit älteren Kindern fahren oft teuer. Die Tarifexperten bemängeln die langen Frühbucherfristen für Plan&Spar-Tickets und den Fortfall der alten Bahncard mit 50 Prozent Rabatt.

Noch keine Zahlen

Die neuen Preiskorrekturen der Bahn stehen noch nicht fest. test.de berichtet, sobald die Bahn Einzelheiten nennt.

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