Deutsche Bahn Meldung

Brand­anschläge und das Tief­druck­gebiet Paul haben der Deutschen Bahn in dieser Woche die Pünkt­lich­keits­statistik verhagelt. Viele Bahnen fielen aus. Deutsch­land­weit fuhr jeder dritte Fern­zug verspätet, wie eine interne Bahn­statistik zeigt, die test.de vorliegt. Unsere Recherche zeigt, wie drastisch die Auswirkungen sind – und wie pünkt­lich die Bahn normaler­weise fährt.

Zigtausende Fahr­gäste leiden unter Paul

Noch am Freitag (23.6.) beein­trächtigten die Folgen des Sturmtiefs Paul den Zugverkehr vor allem in Nord- und Ostdeutsch­land. Vormittags waren einzelne Stre­cken gesperrt, zum Beispiel wegen Oberleitungs­schäden. Die heftigen Auswirkungen des Unwetters bekamen die Fahr­gäste bereits am Vortag zu spüren.

Mindestens 80 Prozent sollen pünkt­lich fahren ...

Eine interne Bahn­statistik beziffert die Pünkt­lich­keit im gesamten deutschen Fern­verkehr für Donners­tag (22.6.) mit 64,4 Prozent, Mitt­woch (21.6.) mit 72,7 Prozent, Dienstag (20.6.) mit 68,2 Prozent und Montag (19.6.) mit 50,5 Prozent. Als pünkt­lich gelten dabei Züge, die weniger als 6 Minuten vom Fahr­plan abweichen. Die Deutsche Bahn strebt an, dass mindestens 80 Prozent der ICE, IC und EC pünkt­lich fahren. Wichtig ist minutengenaue Einfahrt in die Bahnhöfe vor allem für diejenigen, die einen Anschluss­zug erreichen müssen.

... am Montag waren es nur 50 Prozent

Am schlimmsten mussten Fahr­gäste am Montag (19.6.) leiden. Da fuhr jeder zweite Fern­zug verspätet. Grund: Extreme Kritiker des G-20-Gipfels in Hamburg hatten sich ausgerechnet die umwelt­freundliche Bahn und ihre vielen Kunden als Anschlags­ziel ausgesucht. Kabelbrände legten zum Beispiel Berliner S-Bahnen lahm, aber auch zahlreiche Fern- und Regionalzüge in anderen Regionen waren betroffen.

Normaler­weise viel pünkt­licher

Die Bahn­statistiken belegen, dass sich die Pünkt­lich­keit der DB-Züge im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verbessert hat. So rollten zum Beispiel von Januar bis April dieses Jahres deutlich mehr als 80 Prozent der ICE, IC und EC pünkt­lich in die Bahnhöfe ein. Spitzen­wert im Februar: 86,4 Prozent. An einzelnen Tagen lief der Fern­verkehr ganz besonders reibungs­los: zum Beispiel am Sonn­tag, den 23. April, mit einer Pünkt­lich­keits­quote von 87,0 Prozent.

Bereits 2016 besser als im Vorjahr

Bereits für das Jahr 2016 hatte die DB Erfolge gegen­über dem Vorjahr vermeldet. ICE- und Intercity-Züge hätten besonders „erfreuliche Pünkt­lich­keits­zuwächse“ verzeichnet – und zwar von 74,4 auf 78,9 Prozent. Mit einem Maßnahmen­programm wollen die Bahn­mit­arbeiter Verspätungen weiterhin bekämpfen. So kümmern sich sogenannte „Plan­Start-Teams“ an zehn Knotenbahnhöfen um die plan­mäßige Abfahrt der Züge. Fahren diese verspätet los, wirkt sich das auf das gesamte Netz aus. Auch Bäume, die bei Sturm in die Oberleitungen krachen könnten, sollen konsequenter zurück­geschnitten oder gefällt werden.

Engpässe erfordern Investitionen

Größtes Problem bei Verspätungen sind die Engpässe im Netz, die wie ein Nadel­öhr wirken. Hier ist der Zugverkehr so dicht, dass sich ein einziger verspäteter Zug auch auf die Fahrt anderer Züge auswirken kann. Hohe Investitionen sind erforderlich, um diese Knoten­punkte nach­haltig zu entlasten.

Newsletter: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Mit den Newslettern der Stiftung Warentest haben Sie die neuesten Nach­richten für Verbraucher immer im Blick. Sie haben die Möglich­keit, Newsletter aus verschiedenen Themen­gebieten auszuwählen.

test.de-Newsletter bestellen

Dieser Artikel ist hilfreich. 15 Nutzer finden das hilfreich.