Deutsche Bahn Meldung

Sechs Monate lang protokollierte ein Bahnkunde erhebliche Verspätungen auf seiner Fahrtstrecke. Als er sich beschwerte, bemühte sich die Bahn um Wiedergutmachung. Sie schickte einen Reisegutschein von 260 Euro.

Dieser Fall ist ein Beispiel aus der ­„Erstattungstabelle Fernverkehr“, die die Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen zusammengestellt hat. Sie zeigt, welche Beträge die Bahn in der Vergangenheit an Kunden gezahlt hat, die Verspätungen, ausgefallene Züge oder schlechten Service reklamiert haben. Meist haben sie einen Reisegutschein als Entschädigung bekommen.

Die in der Tabelle genannten Beträge geben aber nur eine Orientierung. Einen Rechtsanspruch haben Kunden darauf nicht. Denn nach dem Gesetz ist eine Haftung der Bahn bislang auch für gravierende Reisemängel nahezu ausgeschlossen.

Aus der Kulanz der Bahn könnte aber künftig eine verbindliche Regelung werden. Das Unternehmen arbeitet zurzeit mit dem Verbraucherschutzministerium und der EU-Verkehrskommissarin de Palacio an einer einheitlichen Entschädigungsregelung. Zuvor hatte die EU-Kommissarin die europäischen Bahngesellschaften mit der Ankündigung unter Druck gesetzt, sie werde noch in diesem Jahr einen Vorschlag präsentieren, um die Rechte der Fahrgäste zu verbessern.

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