Deutsche Bahn Meldung

Die Deutsche Bahn reagiert kulant, wenn Kunden Erstattung fordern. Häufige Beschwerden der Kunden: Der Zug hat sich verspätet oder fiel ganz aus, der Sitzplatz war doppelt reserviert oder die Klimaanlage klemmte. Die Bahn entschädigt die Reisenden mit Gutscheinen. Ein Recht auf Entschädigung haben Kunden allerdings nicht.

Liste der Entschädigungen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat eine Erstattungstabelle für den Fernverkehr zusammengestellt. Darin sind zunächst Mängel aufgeführt, für die die Bahn Kunden schon entschädigt hat. Außerdem enthält die Tabelle den möglichen Erstattungsbetrag. Ein Beispiel: Wenn sich ein ICE mehr als eine halbe Stunde verspätet, dann erstattet die Bahn 10 Euro als Reisegutschein. Solche Gutscheine stellt der Schaffner im Zug aus. Die 402,28 Euro Entschädigung für einen Kunden, der zwei Stunden lang nicht austreten konnte, weil die ICE-Toilette defekt war, bleibt wohl die Ausnahme. Der Kunde hatte sich gerichtlich durchgesetzt.

Richtlinie für Beschwerde

Im Klartext: Die Tabelle ist nur eine Richtlinie. Die Bahn erstattete die gelisteten Beträge mindestens einem Kunden - meist in Form von Gutscheinen. Sie zahlt aber nicht unbedingt in vergleichbaren Fällen. Die Deutsche Bahn muss für Unregelmäßigkeiten, Ausfälle oder Störungen nicht haften. Sie ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet. Bis auf wenige Ausnahmen: Erreichen Bahnkunden bis 1.00 Uhr des Folgetages ihr Reiseziel nicht, weil der Zug verspätet oder ausgefallen ist, dann haftet die Bahn. Sie übernimmt entweder die Übernachtungs- oder die Taxikosten bis 80 Euro. Auf jeden Fall nützt die Tabelle der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Kunden, die sich beschweren wollen: Sie können bei Mängeln Forderungen an die Bahn richten und sich auf die bereits geleisteten Erstattungen beziehen.

EU macht Druck

Aus der bisherigen Kulanz der Bahn könnte zukünftig eine rechtsverbindliche Regelung werden. Das Unternehmen arbeitet zurzeit gemeinsam mit dem Verbraucherschutzministerium und der EU-Verkehrskommissarin de Palacio an einer einheitlichen Entschädigungsregelung. Zuvor hatte die EU-Kommissarin sämtliche europäischen Bahngesellschaften mit einer Ankündigung unter Druck gesetzt. Sie werde noch in diesem Jahr einen Vorschlag präsentieren, um die Rechte der Fahrgäste zu verbessern. Unter anderem soll der Ticketpreis voll erstattet werden, wenn sich ein Schnellzug mehr als ein Stunde verspätet.

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