Deutsche Bahn AG Meldung

Das klingt harmlos: Um durchschnittlich 3,1 Prozent steigen zum 12. Dezember die Fahrpreise im Fernverkehr, teilte die Deutsche Bahn AG mit. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Steigerungsrate gilt nur für Alleinreisende. Für Kleingruppen steigt der Preis wesentlich stärker. Grund: Bislang zahlten Mitfahrer stets nur die Hälfte des zusätzlichen Fahrpreises. Der Mitfahrerrabatt fällt jetzt für normale Bahnfahrten ohne weitere Vergünstigungen weg. Die Folge: Fünfköpfige Gruppen zahlen für Fahrten zweiter Klasse bis zu 87,1 Prozent mehr als bisher.

Bahncard und Sparticket nicht betroffen

Immerhin: Die drastische Fahrpreiserhöhung für bis zu fünfköpfige Gruppen gilt - zumindest bis Dezember 2005 - nicht für Bahncardinhaber und auch nicht für Frühbucher. Sie behalten den alten Mitfahrerrabatt. Mit anderen Worten: Der erste Bahnfahrer zahlt voll und alle weiteren nur die Hälfte des sonst fälligen Fahrpreises. Für spontane Bahnfahrten ohne Bahncard jedoch fällt der Mitfahrerrabatt ersatzlos weg.

Verlust im Vergleich zum Auto

Die Folge: Für die von der Rabattstreichung betroffenen Gruppenfahrten manövriert die Bahn sich im Vergleich zum Auto schlagartig ins Abseits. Trotz der drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise ist Bahnfahren für Kleingruppen in aller Regel deutlich teurer als die Fahrt mit dem Auto. Dabei war die Konkurrenz zum Auto der eigentliche Grund für die Einführung des Mitfahrerrabatts.

Gruppen auf Rabattjagd

Mögliches Motiv der Bahn für die Abschaffung des Mitfahrerrabatts: Zahlreiche Reisende hatten das Angebot genutzt, indem sie sich unmittelbar vor Fahrtantritt fahrpreissparend zu Gruppen zusammenschlossen. Im Internet hatten sich sogar eigens Kontaktbörsen zum Verabreden von Gruppenfahrten gebildet.

Erhöhung mit System

So erhöht die Bahn die 2. Klasse-Preise im Fernverkehr: Bei Strecken bis 150 Kilometer ändert sich nichts. Fahrten von 150 bis 400 Kilometer werden um 3,4 Prozent teurer. Für Strecken von 400 bis 750 Kilometer beträgt der Aufschlag 4,2 Prozent. Ab einer Entfernung von 750 Kilometer gilt: Die einfache Fahrt kostet höchstens 111 Euro in der zweiten Klasse. Die Preise für Fahrten erster Klasse steigen jeweils noch etwas stärker an.

Extra-Zuschlag für mehr Tempo

Auf der Strecke Berlin – Hamburg kassiert die Bahn einen Expresszuschlag. Die Fahrzeit sinkt nach dem Ausbau der Trasse von jetzt etwas über zwei auf rund anderthalb Stunden. Die Bahn fährt dort in Zukunft anscheinend nach dem Motto Zeit ist Geld: Für das Plus an Geschwindigkeit zahlen Alleinreisende zwölf Prozent mehr als bisher.

Bahncardpreise bleiben

Der Preis für die BahnCard 100 steigt von 3 000 auf 3 250 Euro (2. Klasse) und von 5 000 auf 5 400 Euro (1. Klasse). Dafür wird das CityTicket in die BahnCard 100 integriert. Mit dieser ersten Mobilitätskarte können die öffentlichen Verkehrsmittel sowohl am Abfahrts- als auch am Zielort kostenlos genutzt werden. Die Preise für die BahnCard 25 und BahnCard 50 bleiben stabil.

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