Design-Fernseher von Aldi Schnelltest

Schwarz, flach, kompakt und billig: Aldi Nord verkaufte am Montag einen Design-Fernseher mit eingebautem DVD-Spieler. Preis: 249 Euro. Mit 55 cm Bildschirm. Bitte testen, entschieden die Leser von test.de. Hier sind die Ergebnisse.

Wenig Design

Design LCD TV-/DVD-Kombination mit integriertem DVB-T Tuner heißt es in der Aldi-Werbung. Design ist vielleicht etwas hochgegriffen. Immerhin: Der Fernseher von Aldi ist aufgeräumt. Ein schwarzes Kunststoffgehäuse ohne Schnörkel. Schalter und Anschlüsse sind auf der Rückseite verborgen. Vorn nur der 55 cm Bildschirm und ein schmaler Rahmen, glänzend in Klavierlack-Optik. Hinten gibt es Anschlüsse satt: vom Speicherkartenleser bis zum CI-Slot für Decoderkarten.

Viel Ausstattung

Aldis Hausmarke Medion liefert viel Ausstattung für wenig Geld. DVD-Spieler, PC-Anschluss und USB gehören beim Medion P12011 ebenso zum Programm, wie die üblichen Ein- und Ausgänge für Audio und Video. Der Fernseher hat einen HDMI-Anschluss für hochaufgelöste Bilder und einen digitalen Audioausgang. Im Gerät stecken ein Kabeltuner und ein DVB-T-Empfänger für digitales Antennenfernsehen. Beides gleichzeitig funktioniert allerdings nicht - es gibt nur eine Antennenbuchse. Wer Kabel und Antenne anschließen will, braucht einen Adapter.

PC tauglich

Positiv wiederum: Der Aldifernseher hat einen CI-Slot für Decoderkarten. Das Gerät kann damit auch verschlüsselte, kostenpflichtige Programme empfangen. Ein Speicherkartenleser liest Bilddaten direkt von der Speicherkarte der Digitalkamera und zeigt sie auf dem Bildschirm an. Auch der Einsatz als PC-Monitor ist denkbar. Auflösung: 1 366 mal 768 Pixel. Alles in allem viel Ausstattung für nur 249 Euro.

Passabel im Bild

Auch nach dem Einschalten macht der Fernseher eine gute Figur. Das Bild ist passabel. Vor allem für die Preisklasse. Die Farben wirken natürlich und klar. Der Kontrast ist annehmbar. Nur bei Gesichtern stört die Make-up-Note, wie sie für Flachbildschirme üblich ist. Durch die Umrechnung der Hauttönen wirken Gesichter oft maskenhaft und glatt.

Kompakt oft besser

Zu Ehrenrettung sei bemerkt: Das Problem kennen die Tester auch von teureren Markenfernsehern. Vor allem in der 50 cm Klasse. Die Anbieter trimmen diese Geräte eher auf preisgünstig. Hochwertige Displays und schnelle Prozessoren fanden die Tester bisher erst in größeren Geräten. Schade. Denn 50 cm reichen vielen Zuschauern schon aus. Wer ein kleines Wohnzimmer hat, ist mit dieser Bildschirmgröße sogar besser bedient. Große Flachbildfernseher entfalten ihre Wirkung erst im Abstand von mehreren Metern.

Kein Surroundsound

Beim Ton spielt der Aldi gut mit. Die im Gehäuse versteckten Lautsprecher klingen annehmbar. Surroundsound dagegen ist nicht möglich. Auch mit externer Heimkinoanlage nicht. Der Fernseher gibt den Surroundton - etwa von der DVD - nicht an den digitalen Ausgang weiter. Ansonsten funktioniert der integrierte DVD-Spieler recht passabel. Er liest sogar fehlerhafte DVDs ohne größere Aussetzer. Das Laufwerk schrabbelt allerdings. Diese Geräusche nerven bisweilen.

Mit Netzschalter

In puncto Stromverbrauch ist der Medionfernseher ohne Tadel. 46 Watt im Betrieb und 0,7 Watt im Standby sind gute Werte. Ein Netzschalter auf der Rückseite senkt den Verbrauch sogar auf null. Die Fernbedienung ist etwas überfrachtet, einige Tasten fummelig und klein. Der Fernseher arbeitet mit zwei Menüs: eins für den digitalen, eins für den analogen Empfang. Sie funktionieren an einigen Stellen unterschiedlich: Das verwirrt.

Für Zapper zu langsam

Für Zapper ist der Aldifernseher zu langsam. Vor allem bei digitalem Empfang. Das Umschalten von einem DVB-T-Kanal zum anderen dauert mehrere Sekunden. Beim analogen Kabelempfang geht das etwas schneller. Insgesamt ein passabler Flachbildfernseher für Einsteiger oder ein Zweitgerät für wenig Geld.

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