Digitale Unter­schrift (qualifizierte elektronische Signatur): Für Rechts­sicherheit

Höhe­punkt des neuen Personal­ausweises: Er ermöglicht es, per Internet digital zu unter­schreiben. Allerdings: Noch geht das nicht. Und: Es kostet zusätzlich. test.de erklärt, wie es geht.

Was Sie dazu brauchen

  • Ihren neuen Personal­ausweis mit aktiver eID-Funk­tion.
  • Ein Signaturzertifikat. Das ist Software für den Chip auf Ihrem Personal­ausweis. Sie erhalten es von speziellen Unternehmen, so genannten Trust-Centern. Sie müssen dafür Gebühren zahlen. Wie hoch sie sein werden, ist noch unklar. Qualifizierte elektronische Signaturen, wie sie derzeit auf speziellen Smartcards zu haben sind, kosten 40 bis 60 Euro pro Jahr, doch die Preise werden wohl noch sinken.
  • Eine Signatur-Pin. Das Unternehmen, bei dem Sie Ihr Signaturzertifikat erworben haben, vermittelt sie Ihnen.
  • Einen Computer mit fürs qualifizierte elektronische Signieren geeigneter und zugelassener Software. Bis März 2011 soll die Ausweis­App2.0 mit Signatur­funk­tion fertig sein.
  • Einen Komfort-Kartenleser. Er muss von der Bundes­anstalt für Sicherheit in der Informations­technologie (BSI) zugelassen sein. Als erster Komfort-Kartenleser hat im März der ReinerSCT cyber Jack komfort die Zulassung erhalten. Kosten: Anfangs ab etwa 120 Euro mit Regierungs­förderung. Möglicher­weise sinken die Preise mit zunehmender Stück­zahl. Dafür fällt die Förderung 2012 weg.

Wie es geht

  • Sie wollen ein digitales Dokument wie eine E-Mail, Text- oder Bild­datei signieren.
  • Die genau Bedienung des Computers hängt vom Programm ab, mit dem Sie das Dokument bearbeiten. Es muss qualifizierte elektronische Signaturen und damit die digitale Unter­schrift ermöglichen.
  • Auf Anforderung legen Sie Ihren Ausweis in den Kartenleser und geben über die Tastatur am Gerät ihre Signatur-Pin ein.
  • Sie nehmen den Ausweis aus dem Lesegerät.
  • Das Dokument bekommt eine digitale Kenn­zeichnung. So lange das Dokument unver­ändert ist, lässt sich eindeutig nach­weisen, dass und wann genau Sie es signiert haben.

Was Sie sonst noch tun müssen

  • Bei Verlust oder Diebstahl Ihres Ausweises müssen Sie außer der eID auch die Signatur­funk­tion sperren lassen. Zuständig ist das Unternehmen, bei dem Sie Ihr Signaturzertifikat erworben haben.

Was Sie damit machen können

  • Noch: gar nichts. Wann Signaturzertifikate für den neuen Personal­ausweis zur Verfügung stehen, ist unklar. Zur Cebit im März 2011 soll eine Version der Ausweis­App mit Signatur­funk­tion fertig sein.
  • Später dann: Alles, was schon jetzt mit qualifizierter elektronischer Signatur möglich ist. Das sind vor allem: Der Abschluss von Verträgen, die sonst persönlich zu unter­schreiben sind und die Abgabe bestimmter Erklärungen gegen­über Behörden wie die Umsatz­steuer­vor­anmeldung.
  • In Zukunft: Erledigung von zahlreichen weiteren Behördengängen wie zum Beispiel die Abgabe der Steuererklärung.

Was zu beachten ist

  • Sicherheit. Alle Experten sind sich einig: Das Konzept ist im Grunde gut und von Hackern praktisch nicht angreif­bar.
  • Haftung. Auch wenn Ihr Ausweis samt Signatur-Pin gestohlen wird oder verloren geht, haften Sie bei Miss­brauch nicht unbe­dingt. Allerdings: Bei Signatur von Dokumenten mit Personal­ausweis werden Gerichte zunächst davon ausgehen, dass sie selbst das Dokument digital unter­schrieben haben. Sie müssen dann zumindest die ernst­hafte Möglich­keit eines Miss­brauchs darlegen und womöglich auch beweisen. Sie haften außerdem auf Schaden­ersatz, wenn Sie die Signatur-Pin notiert und mit Ausweis aufbewahrt haben oder Sie die Signatur-Funk­tion nach Ausweis­verlust oder Diebstahl nicht unver­züglich haben sperren lassen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2384 Nutzer finden das hilfreich.