Der neue Personal­ausweis Special

Quelle: Bundes­ministerium des Innern

Der neue Personal­ausweis bringt Ihnen mehr Sicherheit und Komfort fürs Internet. Aber es gibt auch Risiken und Neben­wirkungen. test.de sagt, was Sie zum neuen Ausweis wissen müssen.

Was Sie mitbringen müssen

  • Ihren bisherigen Personal­ausweis.
  • 28,80 Euro oder die ec-Karte, um die Gebühren zu bezahlen. Unter 24-jährige zahlen 22,80 Euro.
  • 3,5 mal 4,5 Zenti­meter großes Foto Ihres Kopfs (gerade und zentriert, neutraler Hintergrund, das Gesicht soll 3,2 bis 3,6 Zenti­meter hoch sein; detaillierte Informationen der Bundesdruckerei).

Was Sie bekommen

  • Brief mit vorläufiger persönlicher Identifikations­nummer (Pin), persönlicher Entsperr­nummer („Puk“ für personal unblocking key) und Ihrem Sperr­kenn­wort. Die Daten dürfen nicht verloren gehen und müssen geheim bleiben. Sie brauchen den Brief bei der Ausweis­abholung nicht, müssen aber bestätigen, dass sie ihn erhalten haben.
  • Ausweis im Scheck­kartenformat.
    Vorderseite: Foto, Vorname, Name, Tag und Ort der Geburt, Staats­angehörig­keit, letzter Tag der Gültig­keit, sowie eine Serien­nummer und die sogenannte Zugangs­nummer („Can“ für card access number).
    Rück­seite: Augen­farbe, Größe, Adresse, Ausstellungs­datum und -behörde, soweit vorhanden Ordens- oder Künst­lernamen, sowie maschinenles­bare Zone (ohne zusätzliche Daten)
    Chip mit allen Daten und Datei des Ausweis­bildes, auf Wunsch auch Finger­abdrü­cken der Zeigefinger und ebenfalls auf Wunsch: Möglich­keit zur elektronischen Identifikation und qualifizierten Signatur von elektronischer Daten („digitale Unter­schrift“).

Was Sie damit machen können

  • Ausweisen durch Vorlage.
    Neu: Behörden wie Polizei, Grenz­schutz und Steuerfahndung haben über spezielle Lesegeräte Zugriff auf das digitale Foto und gegebenenfalls auch die Finger­abdruck-Daten und können Sie als Ausweis­inhaber dadurch stets sicher identifizieren. Die Daten sind nur im Ausweis und sonst nicht gespeichert. Eine rein elektronische Rasterfahndung ist nicht möglich. Erlaubt ist die Nutzung der Daten allein zur Identifizierung vor Ort. Sie sind sofort anschließend wieder zu löschen. Unklar ist allerdings, welche Regeln für ausländische Behörden gelten. Daten­banken mit Bild- und Finger­abdruck­daten ermöglichen eine weit­gehend auto­matisierte und weitreichende Über­wachung.
  • Neu: Elektronisch identifizieren - sofern Sie die eID-Funk­tion nicht abschalten lassen.
  • Neu: Digital unterschreiben - sofern Sie ein Signaturzertifikat erwerben.

Was Sie sonst noch tun müssen

  • Den Verlust oder Diebstahl Ihres Ausweises müssen Sie so schnell wie möglich der für Sie zuständigen Melde­stelle anzeigen.

Was zu beachten ist

  • Nicht mehr erlaubt ist: Den Personal­ausweis als Pfand zu verlangen oder entgegen­zunehmen. Das neue Personal­ausweisgesetz verbietet das. Pikant: Das betrifft unter anderem auch den Bundes­tag. Besucher mussten früher den Personal­ausweis am Eingang abgeben und erhielten dafür einen Besucher­ausweis. Jetzt verlangt die Bundes­tags­verwaltung eine Bahncard oder ähnliche Karte als Pfand.
  • Nach Ansicht des Bundes­innen­ministeriums ebenfalls verboten: Fotokopien des Personal­ausweis. Im Personal­ausweisgesetz findet sich allerdings kein ausdrück­liches Fotokopier­verbot. Das Verbot ergibt sich nach Ansicht der Ministerial­beamten indirekt daraus, dass der Staat Eigentümer des Ausweises ist und allein Behörden befugt sind, Ausweis­daten zu erheben. Bußen oder Strafen drohen allerdings allein fürs Kopieren des Ausweises nicht. Klar: Wer in Fälschungs­absicht handelt, macht sich strafbar und im Einzel­fall kann die Ausweis-Kopie einen Verstoß gegen das Bundes­daten­schutz­gesetz darstellen. Der genaue Hintergrund ist unklar. Offen­bar will das Innen­ministerium die Zugangs­nummer „Can“ nicht in falschen Händen sehen. Sie ist dazu da, Melde­stellen-, Polizei- und Grenz­schutz­beamten den Zugriff auf die Daten im Ausweis zu ermöglichen. Privatleute ohne Zugang zu Behörden­systemen können die Can allerdings kaum miss­brauchen.

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