Der mündige Patient Meldung

Ein partnerschaftlicher Kommunikationsstil zwischen Arzt und Patient nennt sich in der Forschung „informed consent“ oder „shared decision making“. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert zehn Projekte an Universitäten, in denen chronisch Kranke (Brustkrebs, Sucht, Bluthochdruck) in die Therapieentscheidung einbezogen werden. „Es gibt fast immer mehr als eine Behandlungsmöglichkeit, die gleichwertig ist“, betont Dr. Werner Kissling von der Psychiatrischen Klinik der TU München. Er betreut ein Projekt mit Schizophrenie-Patienten, „denen typischerweise am wenigsten zugetraut wird, an medizinischen Entscheidungen teilzunehmen“. Doch fast alle Patienten seien dazu sehr wohl in der Lage.

Andere Forschungsprojekte an der Universität Hamburg, Fachbereich Gesundheit, wollen die Informationsangebote für Patienten verbessern. Sie sollen mehr Fragen stellen. Laut Professor Ingrid Mühlhauser könnte eine Brustkrebspatientin fragen: „Wenn 100 Frauen diese Behandlung erhalten, wie viele sind nach zehn Jahren noch am Leben?“

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