Der große Zinstest: Richtig kalkuliert

Auf steigende Zinsen setzen und von aktuellen Sparzinsen profitieren. ­Finanztest zeigt, wie das geht.

Ein Anleger, der sein Geld für zehn Jahre anlegen will, bekommt zurzeit die meisten Zinsen, wenn er eine Sparanlage ohne Kündigungsmöglichkeit wählt. Doch wenn die Zinsen später steigen, hätte er nichts davon.

Rechnet er mit einem Anstieg und hat eine Idee, wann es dazu kommt, kann er auch seinen Anlagezeitraum splitten. Langfristig kann keiner die Zinsentwicklung voraussagen. Mit dem Kasten rechts kann er aber herausfinden, wie hoch die Zinsen in der Zukunft sein müssten, damit sich die Sache lohnt.

Ein Anleger will sein Geld für zehn Jahre anlegen. Doch er geht davon aus, dass die Zinsen steigen und in Zukunft für Laufzeiten von fünf Jahren über 5 Prozent liegen werden. In der Tabelle „Das muss die Zukunft bringen“ kann er sehen, ob es sinnvoll sein kann, deshalb erst einmal nur für fünf Jahr anzulegen und dann noch einmal für fünf Jahre. Er sieht dort, welcher Anschlusszinssatz für die zweiten fünf Jahre nötig ist, damit er über zehn Jahre gerechnet mindestens 4,50 Prozent Zinsen pro Jahr hat. So viel bringt das derzeit beste Angebot für zehn Jahre.

Für die ersten fünf Jahre Laufzeit bekommt er heute beim besten Anbieter 4,25 Prozent Zinsen im Jahr. Er braucht einen Anschlusszins von 4,75 Prozent für die restlichen fünf Jahre. Steigen die Zinsen tatsächlich auf 5 Prozent für fünf Jahre, hat er am Ende mehr als wenn er sich heute für zehn Jahre festlegt.

Der Kasten zeigt aber auch, dass sich ein Splitting der zehnjährigen Gesamtlaufzeit in sieben und anschließend drei Jahre nicht lohnt. Denn für die drei Jahre braucht er einen sehr hohen Anschlusszinssatz: 5,68 Prozent. Wenn er für sechs Jahre und dann vier Jahre anlegen würde, brauchte er nur 5,25 Prozent. Das liegt daran, dass die Angebote für sieben Jahre zurzeit genauso viel bringen wie für sechs Jahre.

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